Pascal Coach
Pascal Franz
Cyrils Coach
Name
Steckbrief
Cyril Pietsch, 21, Bern
Cyril
Wenn man etwas macht, macht man es richtig.

Über mich

Langsam erweitern sich meine persönlichen Perspektiven und mein Selbstbild. Eine Besonderheit von mir ist, Situationen objektiv, vernetzt und analytisch zu betrachten. Es fällt mir schwer, für mich Unverständliches zu akzeptieren und meine Emotionen zu zeigen.

Prägende Momente und erste Selbsterkenntnisse

Einen Moment zu finden fällt mir nicht leicht, doch prägend war für mich, durch meine Erziehung, guten Anstand gelernt zu haben.

Aktuelle Wunschziele

  • Meine zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu verbessern.
  • Endlich mit dem Leben zu beginnen.

Kickoff

Woche 1: Was für eine Erleichterung, das Projekt kann wie geplant mit vier jungen Menschen starten. Ein erster Erfolg. Schon vom ersten Tag an ist eine grosse Vertrautheit spürbar. Die Offenheit, mit welcher die jungen Menschen den Coaches begegnen, berührt. Aber auch das flexible Reagieren auf ungeplante Situationen und Ereignisse ist notwendig. Das fordert das Team von «MARIE bewegt» und die Abstimmung ist nicht immer einfach. Der Höhepunkt der Woche ist das JA von allen.
«JA, wir wollen bei «MARIE bewegt» bleiben und unser Leben selber in die Hand nehmen!»
Workshops/Trainings
  • Kennenlernen
  • Standortbestimmung
  • Entwicklungsziele festlegen
  • Bezug Götti-Coachee
  • Teambildung

Im Herbst 2015 habe ich meine IV-gestützte Lehrstelle als Produktionsmechaniker in der ADW in Bärau (Langnau) verloren. Eine Blockade führte dazu, dass ich keine Energie mehr hatte um jeden Tag arbeiten zu gehen. Wie gefesselt lag ich im Bett. Ich fühlte mich in der Schule stark unterfordert und durch mein breites Interesse und Wissen als Aussenseiter. Dies begünstigte nicht wirklich meine fehlende Motivation. Nach dem Lehrabbruch war ich wieder sehr desorientiert und mein Selbstvertrauen, noch etwas hinzukriegen, war nicht mehr vorhanden.

In der Zeit nach dem Lehrabbruch sind noch viele Dinge im Privaten schlecht gelaufen, was mich immer mehr in die Isolierung und die Verzweiflung, die mir lebenslang ein steter Begleiter geworden ist, trieb. Mitte Frühling entschied ich mich dazu, dass ich einen neuen Ansatz brauche und ich meldete mich freiwillig in einer psychiatrischen Klinik. Meine Mutter informierte sich nebenbei über Borderline (emotional instabile Persönlichkeitsstörung), da diese in einem neueren IV-Gutachten erwähnt wurde und bei mir sehr gut zutreffen könnte. Auf dieser Annahme kontaktierte sie einen Spezialisten auf diesem Gebiet und verbrachte ab Anfang Mai drei Monate in der Klinik Sonnenhalde in Riehen (Basel). Der Aufenthalt war für mich leider nicht sehr bewegend, doch wir (die Therapeuten und ich) versuchten ein Netz aufzuspannen, welches mich auf meinem weiteren langen und steinigen Weg trägt, bis ich mit mir selbst klar komme.

Nach dem Aufenthalt suchte ich nach einem Coach der mich begleitet. Meine Mutter ist im Internet auf René Schmid und sein Boxcoaching gestossen. Ich kannte ihn schon von der Feusi, er war damals mein Rektor. Ich kontaktierte ihn und wir trafen uns in der Klinik, wo er mir dann von «MARIE bewegt» erzählte.

In der ersten Woche habe ich die anderen Coachees und Coaches kennengelernt, ein gemischter Haufen mit sehr unterschiedlichen Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Meine Geschichte zu erzählen, wo ich herkomme und wer ich bin, ist mir sehr schwergefallen.

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Stärken: Ein äusserst prägender Moment für mich war, als er mir erklärte, dass er sich nirgends verstanden fühlte und grosse Schwierigkeiten hat, sich in einem sozialen Umfeld zu integrieren.

Plötzlich blockierte mich meine über sehr viele Jahre angestaute Verzweiflung und mein Schmerz kam über mich.

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Stärken: Mir fiel auf, dass Cyril gut mit seinem Gegenüber umgehen kann. Er ist sich bewusst, welche Emotionen er bei anderen auslöst, hat jedoch Mühe seine eigenen Gemütszustände im Griff zu behalten.

Im weiteren Verlauf haben wir viel über uns geredet, für mich fast zu viel geredet und Dinge erklärt bekommen, nach unseren Stärken und Wünschen gesucht. Ich habe mich mit diesen Sachen schon so viel auseinandergesetzt und am Schluss der Woche leider auch keine grossen Erkenntnisse daraus ziehen können.

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Stärken: Er sucht Anerkennung und Zugehörigkeit. Er rechtfertigt sich oft und muss unbedingt allen beweisen, dass er mehr weiss und besser ist als die anderen. Obwohl er ein breites Allgemeinwissen besitzt, neigt er zum Übertreiben. Sein Gegenüber stellt dann sein gesamtes Wissen in Frage, sobald er mit diesen Übertreibungen nicht zurücksteckt. Dies könnte ein Problem beim Aufbau von sozialen Kontakten sein.

Dennoch finde ich, dass das Projekt etwas Neues ist, mit vielen anderen Anhaltspunkten und Individualität. Daher habe ich auch Hoffnung für die nächsten Wochen und fühlte mich angenommen. Doch war in mir auch grosse Skepsis, denn ich habe schon vieles und immer Neues probiert. Es war schön zu sehen, dass sich alle Mühe gaben, vor allem Michael, der noch nicht lange in der Schweiz lebt, aber die ganze Zeit versucht sich sprachlich zu verbessern.

Selbstführung und persönliche Entwicklung

Woche 2: Die zweite Woche ist geprägt von ungeplanten, kurzfristigen Abwesenheiten einzelner Coachees. Wie reagiert das Projektteam darauf? Gibt es Sanktionen? Jetzt sind Abstimmungen im Kernteam und klare Ansagen notwendig. Willkommen in der Realität!
Eine grosse Offenheit und Neugier seitens der jungen Menschen steht fest; eine Neugier auf das was von «MARIE bewegt» kommt, aber auch auf die entscheidende Frage: «Wer bin ich?».
Die Stimmung ist freundschaftlich, der Austausch offen, der Umgang unkompliziert und direkt.

In dieser Woche starteten wir mit einem Tag Boxcoaching, auf was ich sehr gespannt war. Beim Eintreten in diesen Keller wurden meine Geruchsinne durchflutet von abgestandenem Schweiss und dem Geruch alten Leders. In der Umkleide angekommen wusste ich hier werden Schlachten geschlagen. Während dem Umziehen, brannte sich mir der Gedanke in den Kopf, ab jetzt stelle ich mich auf gebrochene Rippen und dem Geschmack von Blut auf meiner Zunge ein. So extrem war es dann doch nicht, aber ich fand heraus, dass ich gerne meine Fitness verbessern möchte. Ich hatte auch Mühe, trotz der körperlichen Anstrengung, den Kopf frei zu kriegen. Ich war auch emotional sehr geladen, aber konnte das beim Boxen nicht so raus lassen wie ich es mir vorgestellt hatte, weil mich auch die Scham hinderte. Es war auch nicht so ersichtlich ob ich ein Kopf-, Herz- oder Bauchtyp bin.

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Stärken: Cyril erzählte mir anschliessend äusserst nüchtern, dass er die Herausforderung emotionslos gemeistert hat. Die Begleiter erlebten ihn als blühe er auf. Auch die Fotos zeigen einen zufriedenen Cyril.

Am nächsten Tag, als sich die anderen mit Fränzi über das Enneagramm, bei einem Picknick in der Natur unterhielten, war ich nicht dabei. Den Tag darauf fuhren wir auf den Hinterer Weissenstein, wo wir uns Parat machten in eine dunkle und enge Hölle zu steigen, das Nidlenloch.

Als wir vor dem Eingangsloch standen, fühlte ich den angenehmen Hauch der Kälte, die daraus emporstieg.

Beim Eintreten wurde es immer besser, jetzt wurde die Luft kälter mit einem stark mineralischen Geschmack, welcher sich beim Atmen wohl anfühlte. Doch die Tour selbst war für mich nicht so emotional und keine Herausforderung; es war für mich wie eine Aufgabe, die ich jetzt erledige. Für mich war es einfach danach eine Qual, in die sich brennend anfühlende Hitze hinaus zu treten.

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Stärken: Cyril ist bereits am Montag beim Boxcoaching an seine Grenzen gestossen. Diese Grenzerfahrung hat ihm leider nicht aufgezeigt, wo er steht und wo er sich einzuordnen hat. Im Nachhinein erklärte er emotionslos er habe einfach mitgemacht, weil er das musste, obwohl er nach dem Training noch freiwillig weiter trainierte. Ich frage mich ob er nun Freude verspürte oder ob er am nächsten Tag diese Freude bereits vergessen hat.

Zum Ende dieser Woche trafen wir Benu Stebler, einen etwas anderen Sozialarbeiter. Das Thema Anders sein ist dabei auch zur Rede gekommen. Für mich ein Thema wie man es sich normal nicht so vorstellt. Für mich heisst Anders sein, was ich schon seit dem ersten Schultag zu fühlen bekam. Ich leide daran anders zu sein, man eckt im Leben überall an und fühlt sich alleine und irgendwie falsch.

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Stärken: Ich erlebe Cyril als pünktlichen, organisierten jungen Menschen. Ich schätze seine objektive und sachliche Vorgehensweise, jedoch fehlen mir bei ihm die Emotionen und der Antrieb. Vermutlich ist er der wissenschaftliche Typ Mensch. Ich bin gespannt auf die Typisierung seiner Person in der vierten Woche.

Was bedeutet für dich gewaltfreie Kommunikation?
Niemand vor den Kopf stossen, aus der Sicht seiner eigenen Gefühlslage sprechen, in die anderen hineinversetzen.

Hast du Erlebnisse bezüglich Gewalt?
Ich musste mich mehr mit verletzenden Äusserungen und abweisendem Verhalten auseinandersetzen.

Gehst du auch sonst in die Natur?
Zur Zeit bin ich nicht viel in der Natur.

Bist du für nächste Woche motivierte? Warum?
Ich habe mich gefreut viele verschiedene Dinge in der nächsten Woche zu erleben.

Hast du positives innerhalb der Gruppe erlebt?
Eine gute Teambildung hat stattgefunden.

Facetten des Lebens zeigen und neue Perspektiven eröffnen

Woche 3: Diese Woche werden die Coachees und das Kernteam im ganzen Leben nicht vergessen: An Wechselbädern von Emotionen und hautnahen, intensiven Erlebnissen kaum zu übertreffen. Die dritte Woche geht an die Substanz. In der anderen Waagschale liegt jedoch eine Vielzahl von schönen menschlichen Erlebnissen und Selbsterkenntnissen, die Chance sich als Menschen zu begegnen und Vertrauensbeziehungen aufzubauen. Es ist eine Freude anzusehen, wie sich die Coachees den Herausforderungen und dem straffen Programm stellen.
Was KU-Partner GmbH hier als Organisator der Woche mit den regionalen Vereinen und Firmen aufzog, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Markus Jung, Geschäftsinhaber von KU-Partner, lebte die Arbeit für und mit Menschen vor – ein Sinnbild für «MARIE bewegt».

Ich habe mich überall wohlgefühlt, habe überall Interesse gezeigt.

Bewusst wurde mir, dass mein Interesse, vielleicht auch durch meine Erfahrung, im Bau und in der Industrie am grössten ist. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das gemütliche Zusammensein mit den Kollegen und den Coaches. Wir wurden gefordert, fanden uns in einer Tagesstruktur wieder, jeden Tag erwartete uns etwas anderes. Mich hat beeindruckt, wie gut sich die Verantwortlichen des Triemenhofes arrangieren und wie die Coaches selbst das Abendprogramm mit uns gestalteten.

In dieser Woche bin ich mir neuer Talente bewusst geworden, ich kann anpacken, bin schnell bei der Sache, besitze ein sachliches und objektives Denken.

Die körperliche Arbeit tat mir gut. So viele Schnupperpraktiken, so viele neue Gesichter, Einblicke mit meiner mechanischen Logik würde ich gerne im Bereich Bau und Mechanik arbeiten.

Diese Woche hat mich sehr durcheinander gebracht, daher habe ich gemischte Gefühle für die weiteren Wochen. Ich habe es mir einfacher vorgestellt, jeden Tag zu reflektieren und zu erzählen wie es mir ergangen ist. Ich hatte Mühe mich auszudrücken und die Worte zu finden.

Reflexion Erlebniswoche und die Spiegel zu sich selbst.

Woche 4: Mit der Reflexion der Erlebniswoche im Zürcher Oberland, den zahlreichen Feedbacks von aussen, den Selbsterkenntnissen und dem Fotoworkshop mit «the creative way» schlagen wir die Brücke zur Arbeitswelt:
Bei welcher Tätigkeit habe ich Freude erlebt? Wo habe ich Talente entdeckt? Wo könnte mich mein beruflicher Weg hinführen?
Workshops/Trainings

Noch ein bisschen durcheinander von den vielen Eindrücken und Erlebnissen der vergangenen Woche, startete ich auch in diese Woche mit eher gemischten Gefühlen. Den ersten Tag verbrachten wir zusammen mit Guido in Kappelen, wo wir am Morgen unter anderem auch Tipps für Bewerbungsgespräche erhielten. Filipe stellte hierfür zusammen mit einem Mann von der Gemeinde Kappelen ein solches Gespräch nach. Das Fazit von dem Gespräch war, dass man immer ehrlich und echt sein und auch von sich aus direkt alle Tatsachen auf den Tisch legen sollte. Für mich ist das aber nicht ganz stimmig, weil ich mich bisher bei Bewerbungsgesprächen immer so verhalten habe, und das meistens eher nicht so gut ankam.

Am Morgen bekamen wir ausserdem die Nachricht mitgeteilt, dass am Nachmittag Herr Norbert Häg (Spezialist im Bereich Enneagramm) vorbeikommen und sich mit uns unterhalten würde. Eigentlich hätte ich am Nachmittag einen Termin bei meinem Psychiater gehabt. Da ich das Thema Enneagramm jedoch für sehr spannend und vielleicht auch wichtig in meiner derzeitigen Situation hielt, entschied ich mich dazu, meinem Psychiater die Situation zu erklären und den Termin noch abzusagen. Ich konnte ihn telefonisch nicht erreichen, weshalb ich ihm eine kurze Nachricht, mit der Bitte um einen Rückruf, auf seiner Combox hinterliess.

Nach dem Mittagessen erhielt ich dann eine Mail von ihm, welche mich stark durcheinandergebracht und alte Zweifel und Schmerz hervorgeholt hat.

Er teilte mir mit, dass er sich gezwungen sehe die Therapie zu beenden, weil meine Terminabsage für ihn ein Zeichen sei, dass meine Therapiemotivation nicht oder nicht ausreichend vorhanden wäre.

Ich finde dies sehr schade, weil ich für die Therapie bei ihm sehr motiviert gewesen wäre und es mir Hoffnung gemacht, dass er die Dinge anders angegangen ist als alle zuvor.

Jedenfalls war ich froh, dass ich an diesem Nachmittag von aussen gestützt wurde und habe zudem herausgefunden, dass ich beim Enneagramm tendenziell Typ 5 bin. Ich bin mir jedoch noch nicht ganz sicher, denn obwohl Typ 5 grundsätzlich sehr gut zu mir passt, hat mich jeder Typ auf irgendeine Weise angesprochen.

Pascal Coach Franziska Flükiger Coach
Stärken: Typ 5, ein Kopftyp, der als Denker oder Beobachter bezeichnet wird. Er lenkt seinen Fokus auf das Sammeln von Wissen und versucht darüber die Realität abzubilden. Die störenden Emotionen werden ausgeblendet. Er will die hohen Anforderungen die andere an ihn stellen, erfüllen.

Am Donnerstag war ich dann zusammen mit Filipe beim Foto-Workshop bei The Creative Way in Biel. Dies hat mir recht gut gefallen, weil ich gerne vor der Kamera stehe und mich, wie ich finde, auch gut präsentieren kann.

Den Freitag verbrachten wir dann wiederum alle zusammen in Biel bei a&G Personal AG, am Morgen mit Pascal und Fränzi und am Nachmittag mit Guido. Leider war ich am Morgen etwas spät dran, weshalb ich meinen Zug verpasste und Pascal anrief um es ihm mitzuteilen. Er war ziemlich wütend und gab mir dies auch zu spüren. Zuerst dachte ich dann, dass ich wieder umkehre und gar nicht erst hingehe, habe es dann aber trotzdem durchgezogen. Am Morgen beschäftigten wir uns mit dem Thema Selbst- und Fremdbild, und am Nachmittag besprachen wir mit Guido das weitere Vorgehen der nächsten Wochen. Ich weiss nicht so recht, ob ich zuversichtlich auf die nächste Zeit blicken kann, aber bin gespannt, was noch alles passieren wird.

Die individuellen Besuche bei farbtutgut im Luzernischen Ebikon bilden den Abschluss der Befähigungsphase.

Woche 5: Ergebnis ist ein gesamtes Bild über die Persönlichkeit aus Sicht der Farbanalyse: persönliche Ressourcen werden herausgefiltert, analysiert weshalb diese bisher nicht zur Anwendung gelangen und konkrete Massnahmen festgehalten. Am letzten Tag überraschen die Coachees uns mit einem selbstgemachten Apéro. Wir sagen DANKE dafür.
Workshops/Trainings
Cyril Woche 5 Mehr Bilder

Ich habe so viel aufgenommen, es schlägt auf mich ein. Es fällt mir schwer all das zuzuordnen.

Ich muss mich sammeln, meinen Bezugspunkt finden und kann vorerst keine weiteren Aussagen machen.

Sonja Ehrenbolger Farbtherapie
Stärken: Je mehr er in den Körper kommen kann, kreist er nicht mehr soviel im Kopf.
Cyril bei «farbtutgut»
Franziska Coach Franziska Coach
Stärken: Je mehr er in den Körper kommen kann, desto weniger kreist er im Kopf, wo er ins Bodenlose fällt. Hellblauer Zugführer, fährt im Gesprächszug. Wenn es ihm schlecht geht, sind die Gespräche eher schwierig und er geht ins letzte "Wägeli" und zieht sich seelisch zurück.

Die Weihnachtsgeschichte «MARIE bewegt»

"Am Anfang stand eine Idee. Die Berichterstattung über die wachsende Zahl sozalhilfebeziehender junger Menschen erschütterte uns. Wir wollten nicht nur darüber reden sondern aktiv etwas tun und damit unsere Verantwortung als Staats- und Mitbürger wahrnehmen. Wir wollten es aber anders machen: nach unternehmerischen Grundsätzen, erfolgsabhängig. «Sozialhilfe unternehmerisch gelebt» war die Vision. Aktives Wirken ohne Absicherung, Übernahme des vollen Risikos, finanzielle Honorierung durch den Staat erst im nachhaltigen Erfolgsfall, der Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Der erfolgsabhängige Ansatz wurde positiv aufgenommen, konnte aber aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden.

Aus der ersten Enttäuschung erwuchs im Nachhinein betrachtet aber etwas viel Schöneres: ein selbstloses und zu grossen Teilen unentgeltliches Engagement für Menschen, die Unterstützung benötigen. Es erwuchs eine berührende Geschichte über Menschlichkeit und Nächstenliebe. Dabei spreche ich nicht nur vom Kernteam, sondern von allen involvierten Partnern, Unternehmern und Privatpersonen, die «MARIE bewegt» in Form von Spenden, Eigenleistungen und positiven Zusprüchen unterstützt haben. Ich spreche von der «MARIE bewegt»-Familie, die entstanden ist. Der Lohn? Etwas viel Wertvolleres als Geld: die zufriedenen Gesichter, die strahlenden Augen, das Lachen, die ganz individuellen Entwicklungen und Geschichten der Coachees."
Franziska Flükiger, Trägerin «MARIE bewegt»

Rückblickend zum steinigen Weg der Hilfestellung

"Es war ein intensives und zeitaufwändiges Programm, welches für die Klienten aufgestellt wurde. Meine Lebensweisheit, die sich an der systemischen Betrachtungsweise (Daten sammeln, Hypothesen bilden, Intervention planen und gezielt intervenieren) orientiert, half auch bei diesem Projekt zum Teilerfolg. Durch diese Herangehensweise habe ich in kurzer Zeit sehr viel über die Klienten und über meine Geschäftspartner gelernt. Diese individuelle Betrachtung von Personen und Situationen verbindet. Und sie führt zu einem gemeinsamen Verständnis der Situation. Der Lerneffekt ist enorm. Sicherlich wirkte auch meine Tätigkeit als Auditor von Qualitätsmanagementsystemen und Beratermandaten (Team- und Organisationsentwicklung) unterstützend ein, da Menschen auf Abwegen sichtbare und sinnvolle Strukturen benötigen. Unser ursprüngliches Ziel der unternehmerisch gelebten sozialen Wiederintegration war nur teilweise ein Erfolg. Es hat im Nachhinein ein weinendes und ein lachendes Auge.

Lachendes Auge: Das Soziale im Projekt war ein Erfolg. Die Wiederintegration von drei jungen Menschen zeigt auf, dass mit unserem Programm nachweisbare Erfolge möglich sind. Wir konnten dem Staat einen anderen Weg aufzeigen. Die jungen Menschen benötigen zur Wiederintegration eine enge Bindung und Begleitung durch eine von ihnen ausgesuchte, für sie vertrauenswürdige, Bezugsperson. Diese Beziehungsenergie hat sich als Vorbildfunktion bewährt und kann die Klienten aus dem Sumpf der Vergessenheit und Minderwertigkeit herausziehen.

Weinendes Auge: Durch die fehlende finanzielle Unterstützung seitens der Behörden, konnten die auflaufenden Kosten nur ansatzweise durch Gönner, Werbepartner und Spendengelder gedeckt werden. Für mich als Steuerzahler ist es nicht verständlich, dass so viel Wiederstand bei den Ämtern, vor allem im Kanton Solothurn, vorhanden war. Unser Vorschlag, dass wir nur im Erfolgsfall eine finanzielle Beteiligung geltend machen würden, wurde selbst für das Pilotprojekt unterbunden.

Leider hat mein Coachee Cyril den Weg in die Unabhängigkeit bis jetzt nicht geschafft. Er ist noch instabil und ich hoffe, dass er baldmöglichst seine gesundheitlichen Probleme abschliessen kann, sich findet. Ich bleibe weiterhin seine Ansprechperson und werde ihm als Bindeglied auch zukünftig die Türen in die neue Organisation von «Marie bewegt» offen halten." Pascal, Cyrils Coach


"Cyril hat nun Zeit über das Erlebte nachzudenken, über das, was wir ihm mit auf den Weg gaben. Keinem Coachee wurde seitens uns im Kollektiv so viel Zeit und Aufwand gewidmet wie ihm. Es liegt an ihm, etwas aus seinem Leben zu machen, sich von seiner Opferrolle zu lösen, vorwärts zu schauen auf sich und sein Leben, seine Eigenverantwortung. Wir bieten ihm weiterhin die Hand, doch der erste Schritt liegt bei ihm." Das Kernteam «MARIE bewegt» und Markus Jung

«MARIE bewegt» sich konsequent weiter

Aus einem Sozialprojekt soll ein Sozialunternehmen werden. Erfahre mehr
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