René Coach
René Schmid
Filipes Coach
Name
Steckbrief
Filipe Tavares, 24, Schönbühl
Filipe
Was dich nicht umbringt macht dich stärker.“ und: „Was man ausstrahlt, kehrt tausendfach zurück.

Über mich

Ich bin in Portugal geboren und lebe seit zwölf Jahren in der Schweiz. Als meine Familie hierher zog, war ich vierzehn Jahre alt.

Nach der Schule habe ich sofort mit Arbeiten begonnen. Zuerst habe ich Reinigungen gemacht und im Anschluss startete ich eine Vorlehre als Fachmann Betriebsunterhalt, die ich erfolgreich abgeschlossen habe.

Ich habe verschiedene Hobbies, wie zum Beispiel Zeichnen, Fussball spielen, Musik und Tanzen.

Prägende Momente und erste Selbsterkenntnisse

Als wir als Familie nach mehreren Monaten Trennung in der Schweiz wieder zusammengefunden haben.

Eine Selbsterkenntnis, die ich während dem Projekt gewonnen habe: Wenn ich weniger verbissen und stur sondern locker und freundlich an eine Sache gehe, ist die Chance viel grösser, dass ich Erfolg habe. Es ist wichtig, nicht nur mit selbst, sondern auch mit andern freundlich und verständnisvoll umzugehen. Wenn ich wegen Zorn oder Frustration die Bedürfnisse anderer Menschen zu wenig berücksichtige, riskiere ich, dass sich diejenigen Menschen von mir abwenden, die mir eigentlich helfen wollen und die mir viel bedeuten.

Lebensmotto

„Was dich nicht umbringt macht dich stärker.“ Und: „Was man ausstrahlt, kehrt tausendfach zurück.“

Aktuelle Wunschziele

In die berufstätige Gesellschaft integriert werden und Teil von ihr sein dürfen. Ich möchte für mich selber sorgen können und nicht mehr vom Sozialdienst abhängig sein. Ich würde mich sehr freuen, wieder eine regelmässige Arbeit ausführen zu können (nicht im Büro). Ich suche eine Beschäftigung mit Sinn, ein Umfeld wo ich dazugehöre.

Welchen Schwierigkeiten begegnest du in der Arbeitswelt?

Auf diese Frage fällt es mir schwer zu antworten, weil ich momentan auf der Suche nach meinem Weg in die Arbeitswelt bin.

Bist du vorbestraft?

Nein

Hast du Kinder?

Nein, noch nicht. „Ich bin in vielen Bereichen selber noch ein Kind“ ;)

Was ist in dir vorgegangen als du in die Arbeitslosigkeit gerutscht ist?

Ich habe mich schlecht gefühlt.

Wie hast du den Gang zur Gemeinde in Erinnerung?

Habe mich nicht gut gefühlt.

Wie hat dein Umfeld reagiert?

Es hat nur mein engeres Umfeld (Familie) davon gewusst und die Reaktionen sind unterstützend ausgefallen.

Wem gibst du die Schuld an der Situation?

Mir selbst.

Arbeitest du nebenbei? (was und warum?)

Zurzeit nicht. Ich wäre glücklich, wenn ich eine Arbeitsmöglichkeit hätte. Es gibt durch das Projekt MARIE-bewegt Chancen, dass ich bald wieder eine Beschäftigung habe.

Welchen Job würdest du künftig am liebsten machen?

Ich würde entweder gerne in einem Altersheim als Pfleger arbeiten oder eine Arbeit in einer Schreinerei finden.

Was war dein Traumberuf?

Profifussballer

Welche Stärken hast du?

Ich bin ehrlich, offen und ein humorvoller Mensch.

Welche Schwächen hast du?

Manchmal bin ich ungeduldig oder stur und dann kann es sein, dass mein südländisches Temperament mit mir durchgeht. Ich bin aber grundsätzlich ein friedliebender und nicht gewalttätiger Mensch.

Was hast du alles unternommen um zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen?

Ich habe verschiedenes unternommen. Habe mich auf freie Stellen und mich bei Temporärbüros gemeldet. Jedoch haben mir oft wieder Menschen gefehlt, die an mich glaubten und mir eine Chance gegeben haben.

Kickoff

Woche 1: Was für eine Erleichterung, das Projekt kann wie geplant mit vier jungen Menschen starten. Ein erster Erfolg. Schon vom ersten Tag an ist eine grosse Vertrautheit spürbar. Die Offenheit, mit welcher die jungen Menschen den Coaches begegnen, berührt. Aber auch das flexible Reagieren auf ungeplante Situationen und Ereignisse ist notwendig. Das fordert das Team von «MARIE bewegt» und die Abstimmung ist nicht immer einfach. Der Höhepunkt der Woche ist das JA von allen.
«JA, wir wollen bei «MARIE bewegt» bleiben und unser Leben selber in die Hand nehmen!»
Workshops/Trainings
  • Kennenlernen
  • Standortbestimmung
  • Entwicklungsziele festlegen
  • Bezug Götti-Coachee
  • Teambildung

Durch den Sozialdienst von Urtenen-Schönbühl bin ich auf das Sozialprojekt MARIE-bewegt aufmerksam geworden. Dabei habe ich zuerst Guido Zutter kennen gelernt und kurz darauf dann René Schmid. Die erste Begegnung mit René war spannend. Er hat mir anschaulich, präzis und einfach erklärt, um was es beim Projekt geht. Es hat mir sofort gefallen und ich habe rasch gemerkt, dass ich hier eine gute Chance auf meinem Weg zurück in die Arbeitswelt erhalte.

Beim Projektstart im Gemeindehaus in Selzach habe ich die übrigen Teilnehmer kennengelernt. Ich war zuerst schon etwas nervös, doch habe ich rasch gemerkt, dass alle eigentlich ganz toll sind.

Ich habe in der ersten Woche verschiedene Leute kennen gelernt und obschon wir alle unterschiedlich sind, haben wir alle ein und dasselbe Ziel: Wieder zurück in den Arbeitsmarkt und eine eigene strukturierte Existenz aufbauen. Am Anfang war ich durch all die neuen Eindrücke etwas verwirrt, und trotzdem hatten wir untereinander jedoch rasch einen guten Zusammenhalt. Wir haben uns bald gegenseitig motiviert und unterstützt.

René Coach René Coach
Stärken: Die ersten Tage nach dem Projektstart waren sehr spannend. Die vier unterschiedlichen jungen Leute weckten bei mir Begeisterung und grosses Interesse. Die unterschiedlichen Lebensgeschichten haben mich sehr beeindruckt. Ich konnte zusammen mit Franziska, Guido und Pascal Menschen begleiten, die in ihrem Leben bereits viel erlebt haben.

Selbstführung und persönliche Entwicklung

Woche 2: Die zweite Woche ist geprägt von ungeplanten, kurzfristigen Abwesenheiten einzelner Coachees. Wie reagiert das Projektteam darauf? Gibt es Sanktionen? Jetzt sind Abstimmungen im Kernteam und klare Ansagen notwendig. Willkommen in der Realität!
Eine grosse Offenheit und Neugier seitens der jungen Menschen steht fest; eine Neugier auf das was von «MARIE bewegt» kommt, aber auch auf die entscheidende Frage: «Wer bin ich?».
Die Stimmung ist freundschaftlich, der Austausch offen, der Umgang unkompliziert und direkt.

Die zweite Woche startet mit dem Boxcoaching in der Boxschule von BoxenBern an der Kochergasse, ganz in der Nähe des Bundeshauses. Sabrina konnte an diesem Tag leider nicht mit dabei sein. Das war das erste Mal, dass ich Boxhandschuhe angehabt hatte. Die zwei Runden Sparring mit René waren anstrengend. Ich musste nicht Angst haben, dass er mich verletzt. Er hat mich jedoch gefordert und mir kaum eine Pause zum Verschnaufen gegönnt. Ich war bald einmal mit meinen Kräften und meinen Nerven am Ende. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so sehr verausgabt und ich habe einmal deutlich erlebt, wo meine körperliche Leistungsgrenze liegt.

Während dem Sparring gibt es keine Zeit, um sich zu erholen. Es kommt immer Druck auf dich zu und du musst fixiert sein und an das Ziel glauben. Weil es im Leben genau das gleiche ist. Man lernt Einstecken und Austeilen. Und wenn ich austeile, muss ich auch einstecken können. Es gibt viele Menschen, die können sehr gut austeilen, aber nicht einstecken.

René Coach René Coach
Stärken: Ich war beeindruckt, mit welcher Energie die Jungs im Sparring mitgemacht haben und wie sie selbstbewusst und engagiert im Ring gekämpft haben. Bei jedem war eine grosse Kraft spürbar. Ein innere Drang ebenso, etwas erreichen zu wollen. Alle drei wollten zeigen, was sie konnten und zu was sie fähig waren. Das hat mir sehr gefallen. Keiner hat es sich einfach gemacht oder war schnell mit sich zufrieden. Sie wollten mithalten und haben die Herausforderung, mit mir zu boxen, meisterhaft angenommen.

Über das Enneagramm habe ich gelernt, dass ich vermutlich ein Kopf- und Herztyp bin. Ich denke viel, manchmal auch zu viel. Im Boxring sollte man nicht zu viel denken, sondern schlau und instinktiv kämpfen. Gleichzeitig aber fair bleiben.

Am Mittwoch in der zweiten Woche waren wir mit Geri und Simone von InCave in der Höhle Nidlenloch. Es war für mich das erste Mal, dass ich in einer Höhle war. Ich hatte keine Angst aber ich habe gemerkt, dass die ungewohnte und neue Umgebung starke Gefühle auslöst so wie Mut, Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit. Der Höhepunkt auf der Tour war das Raclette bei Kerzenlicht tief in der Höhle.

Andreas von Gunten Fotograf
Stärken: Ich erlebte die Zeit mit den Coachees punktuell, immer wieder mit einigen Unterbrechungen. Dabei merkte ich, wie sich alle Teilnehmer von Mal zu Mal kommunikativ, verbal und nonverbal, öffneten. Dass sie mich immer mehr wahrgenommen haben und ich ihr Vertrauen gewinnen konnte. Bis am Ende sah ich Projektteilnehmer, die froh, mutig und mit Tatendrang in die Zukunft blickten. Die Unsicherheit ist gewichen und an deren Stelle Sicherheit sichtbar geworden.

Facetten des Lebens zeigen und neue Perspektiven eröffnen

Woche 3: Diese Woche werden die Coachees und das Kernteam im ganzen Leben nicht vergessen: An Wechselbädern von Emotionen und hautnahen, intensiven Erlebnissen kaum zu übertreffen. Die dritte Woche geht an die Substanz. In der anderen Waagschale liegt jedoch eine Vielzahl von schönen menschlichen Erlebnissen und Selbsterkenntnissen, die Chance sich als Menschen zu begegnen und Vertrauensbeziehungen aufzubauen. Es ist eine Freude anzusehen, wie sich die Coachees den Herausforderungen und dem straffen Programm stellen.
Was KU-Partner GmbH hier als Organisator der Woche mit den regionalen Vereinen und Firmen aufzog, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Markus Jung, Geschäftsinhaber von KU-Partner, lebte die Arbeit für und mit Menschen vor – ein Sinnbild für «MARIE bewegt».

In der dritten Woche waren wir im Zürcher Oberland. Wir haben im Triemenhof in Hinwil-Girenbad übernachtet. Es war sehr spannend. Wir haben viele verschiedene Berufe besucht: Die Landwirtschaft im Stall, Polymechaniker, Pflege, Elektriker und wir haben drei Firmen besichtigt: Die Druckerei Sieber AG, die Kunststofffabrik SKS AG und eine Drechslerei, an deren Namen ich mich gerade nicht mehr erinnern kann.

Was mir am besten gefallen hat in dieser Woche war die Arbeit als Pfleger. Da habe ich mich gut gefühlt, weil ich dabei gemerkt habe, dass ich mit Menschen gut kommuniziere kann. Was ich unter sozial verstehe ist, man hilft einander, ohne sich zu beschweren. Egal was das ist, der vor einem steht oder sitzt oder liegt.

Und ja ich bin bereit zu versuchen, ein Praktikum als Pfleger zu absolvieren. Weil ich gemerkt habe, dass ich sehr gut mit Menschen umgehen kann. Ich bin offen, ehrlich und freundlich. In dieser Woche habe ich keine Schwierigkeiten gehabt, obwohl wir jeden Tag etwas anderes gemacht haben. Das Besondere war, dass ich viele tolle Menschen kennengelernt habe: Markus Jung, Patrick und all die andern im Triemenhof. Was ich positives innerhalb der Gruppe gesehen habe war, dass wir uns immer gegenseitig motiviert haben.

Reflexion Erlebniswoche und die Spiegel zu sich selbst.

Woche 4: Mit der Reflexion der Erlebniswoche im Zürcher Oberland, den zahlreichen Feedbacks von aussen, den Selbsterkenntnissen und dem Fotoworkshop mit «the creative way» schlagen wir die Brücke zur Arbeitswelt:
Bei welcher Tätigkeit habe ich Freude erlebt? Wo habe ich Talente entdeckt? Wo könnte mich mein beruflicher Weg hinführen?
Workshops/Trainings

Filipe hat sich zu der Woche 4 nicht geäussert, deshalb übernehme ich hier als Coach und werde die bisherige Zeit reflektieren.

«Da das Projekt MARIE-bewegt auf freiwilliger Basis funktioniert, besteht zwischen den Beteiligten keine distanzierte – man könnte sagen „ver-professionalisierte“ – Beziehung. Trotzdem wirken und handeln wir nach bestimmten Regeln, welche die Freiheit, die Selbstverantwortung und Selbstentscheidung und die Würde der Teilnehmenden garantieren. Im Vordergrund steht nicht ein berufliches Handeln, sondern eine menschliche Beziehung, die immer wieder neu entsteht und sich immer wieder neu definieren muss. So will und kann ich als Coach nicht einfach sagen, wie es sein muss, sondern ich habe als Ziel, den jeweils „richtigen“ Weg gemeinsam mit den Coaches zu suchen. Richtig ist, was passt und uns gemeinsam vorwärts bringt. Ich fühle mich dabei als Teil eines Rudels, das gemeinsam einen Weg geht und dabei darauf achtet, dass alle folgen können und niemand verloren geht.

Es ist für mich seit Beginn deutlich spürbar, dass wir zusammen unterwegs sind, weil wir das wollen und wir dabei Freude und Genugtuung empfinden.

In der Zusammenarbeit mit Filipe habe ich verschiedentlich gemerkt, dass es wichtig ist, dass wir individuell für uns selbst sorgen und einander unterstützen, um für uns selbst sorgen zu können. Dabei sind selbstverständlich auch Spannungen aufgetreten, durch die wir jedoch viel lernen konnten. Hätte ich mein Wirken im Sinnen eines Business ausgeübt, hätte ich vermutlich nicht so stark auf meine Bedürfnisse geachtet. Sie wären wohl bedingt durch den in Aussicht stehenden Lohn – also durch die finanzielle Entschädigung – auf der Strecke geblieben.

Ich hätte vermutlich mehr „geschluckt“, in der Meinung, dass mir mein – wenn auch geringer – „Schaden“ entschädigt wird. Ich bin überzeugt, dass wir gerade deshalb zu allen Beteiligten aber vor allem zu den jungen Menschen eine viel stärkere Nähe erleben durften. Wir sind uns nicht als Leistungserbringer und Leistungsnehmer sondern als Menschen begegnet. Die Frage nach dem Was-bringt-es-mir wich der Frage: Wie kommen wir gemeinsam vorwärts? Dabei sind wir nicht nur vorwärts gekommen, sondern, und das ist für mich die schönste Erfahrung: Wir sind einander – und auch ich mir selbst – viel, viel näher gekommen.

Wo liegen das Risiko und der Erfolg von MARIE-bewegt? Aus meiner Sicht in der quasi „Missachtung“ einer Regel der institutionalisierten und professionalisierten Arbeit: Das Gebot der „professionellen Distanz“.

So hat MARIE-bewegt in den letzten Wochen viel bewegt. Und vermutlich dachte Albert Schweizer an Menschen wie Marie, die Grossmutter von Franziska Flückiger und Namensgeberin des Projektes, als er sagte: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

In diesem Sinne lebt und geht Marie noch immer und hinterlässt bis zum heutigen Tag ihre Spuren. Spuren der Verbundenheit.

Wie Grossmütter eben sind: Menschlich und unprofessionell!» Coach René

Die individuellen Besuche bei farbtutgut im Luzernischen Ebikon bilden den Abschluss der Befähigungsphase.

Woche 5: Ergebnis ist ein gesamtes Bild über die Persönlichkeit aus Sicht der Farbanalyse: persönliche Ressourcen werden herausgefiltert, analysiert weshalb diese bisher nicht zur Anwendung gelangen und konkrete Massnahmen festgehalten. Am letzten Tag überraschen die Coachees uns mit einem selbstgemachten Apéro. Wir sagen DANKE dafür.
Workshops/Trainings

In dieser Woche haben wir eine Persönlichkeitsanalyse bei Sonja Ehrenbolger von „farbtutgut“ in Ebikon bei Luzern gemacht. Das war eine tolle Erfahrung.

Filipe bei «farbtutgut»
Franziska Coach Franziska Coach
Stärken: Sein sonniges Wesen darf nicht hinter einer Nebelwand bleiben. Mit einer Strukturierung und Aufgabe wird er seinen Weg machen. Oranger Zugführer, fährt im Bummler, wechselt ins Indigoblau, zieht sich zurück und am Schluss geht er ins Gelb und wird zur angriffigen Wespe.

Ich habe erfahren, dass meine Farbe Orange ist, weil ich ein Gefühlsmensch bin: offen, kontaktfreudig und sozial.

Sonja Ehrenbolger Farbtherapie
Stärken: Sein sonniges Wesen darf nicht hinter einer Nebelwand bleiben. Mit einer Strukturierung wird er seinen Weg machen

Meine aktuelle Gefühlslage: Ich fühle mich gut.

Das nächste Ziel ist ein Praktikum machen im Wagenhof in Uster als Pfleger. Drei Monate. Angst habe ich nicht. Ich habe ein gutes Gefühl.

Ich bin froh, dass ich bei MARIE-bewegt mitmache. Ich habe viele neuen tollen Menschen kennen, die alle das gleiche Ziel haben: Glücklich sein.

Mein Motto ist: „Was dich nicht umbringt macht dich stärker.“

Ich möchte mich bei allen bedanken. Ich kann nur sagen: Merci für alles!!! Ich werde euch alle nie vergessen. DANKE!! Und bis bald…

René Coach René Coach
Stärken: Ich habe mich in diesen fünf Wochen mehr und mehr in das Projekt hineingearbeitet und hineingelebt. Was ich machen durfte war keine Arbeit sondern ein Ausdruck und eine Form meines Lebens, so wie es mir liegt und mir gefällt. Ich erinnere mich an weise Worte, die Konfuzius zugeschrieben werden: Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.

Liebe Grüsse,

Filipe Tavares

Wenn Du unter allen Menschen auf der Welt wählen könntest, wen würdest du gerne zum Essen einladen?

Meine Mutter, weil sie alles für mich ist.

Was macht für Dich einen "perfekten" Tag aus?

Mit meiner Familie etwas unternehmen.

Hast Du insgeheim eine Vermutung, wie Du sterben wirst?

Daran will ich gar nicht denken. Ich will möglichst viel Gutes machen.

Wofür bist Du in Deinem Leben am meisten dankbar?

Dass ich gesund auf die Welt gekommen bin.

Wenn Du morgen mit einer zusätzlichen Eigenschaft oder Fähigkeit aufwachen könntest, welche wäre das?

Ich würde gerne die Zeit zurückdrehen und die Fehler, die ich gemacht habe wieder gut machen: Meine frühere Unpünktlichkeit.

Was war bisher der grösste Erfolg in Deinem Leben?

Beim Fussball: Ich hatte gute drei Jahre Erfolg gehabt. Wir sind in die Zeitung gekommen in Portugal.

Was ist Dir bei einer Freundschaft am wichtigsten?

Vertrauen und ehrlich sein.

Was ist Deine liebste Erinnerung?

Alles, was ich mit meiner Familie und meinen Freunden erlebt habe.

Was bedeutet Freundschaft für dich?

Sich gegenseitig helfen und motivieren.

Wie beurteilst Du die Beziehung zu Deiner Mutter?

Wir haben eine sehr gute Beziehung.

Dein Haus mit all Deinem Besitz fängt an zu brennen. Nachdem Du deine Liebsten und Deine Haustiere gerettet hast, kannst du ein letztes Mal ins Feuer laufen und einen Gegenstand retten. Welcher wäre das? Warum?

Die Festplatte meines Computers, weil da sehr viele schöne Erinnerungen gespeichert sind: Bilder, Musik, Videos usw.

Die Weihnachtsgeschichte «MARIE bewegt»

"Am Anfang stand eine Idee. Die Berichterstattung über die wachsende Zahl sozalhilfebeziehender junger Menschen erschütterte uns. Wir wollten nicht nur darüber reden sondern aktiv etwas tun und damit unsere Verantwortung als Staats- und Mitbürger wahrnehmen. Wir wollten es aber anders machen: nach unternehmerischen Grundsätzen, erfolgsabhängig. «Sozialhilfe unternehmerisch gelebt» war die Vision. Aktives Wirken ohne Absicherung, Übernahme des vollen Risikos, finanzielle Honorierung durch den Staat erst im nachhaltigen Erfolgsfall, der Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Der erfolgsabhängige Ansatz wurde positiv aufgenommen, konnte aber aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden.

Aus der ersten Enttäuschung erwuchs im Nachhinein betrachtet aber etwas viel Schöneres: ein selbstloses und zu grossen Teilen unentgeltliches Engagement für Menschen, die Unterstützung benötigen. Es erwuchs eine berührende Geschichte über Menschlichkeit und Nächstenliebe. Dabei spreche ich nicht nur vom Kernteam, sondern von allen involvierten Partnern, Unternehmern und Privatpersonen, die «MARIE bewegt» in Form von Spenden, Eigenleistungen und positiven Zusprüchen unterstützt haben. Ich spreche von der «MARIE bewegt»-Familie, die entstanden ist. Der Lohn? Etwas viel Wertvolleres als Geld: die zufriedenen Gesichter, die strahlenden Augen, das Lachen, die ganz individuellen Entwicklungen und Geschichten der Coachees."
Franziska Flükiger, Trägerin «MARIE bewegt»
Filipe Woche 6

Meine Zeit bei «MARIE bewegt»

Seit der Befähigungsphase bei MARIE-bewegt sind bereits wieder einige Wochen vergangen. Ich schaue zurück auf eine intensive Zeit, verbunden mit interessanten Erfahrungen und Begegnungen.

Ja, es hat sich einiges Verändert. Und sicher nicht zum Schlechten! Hatte ich einstmals Mühe mit der Pünktlichkeit, ist es für mich schon beinahe Selbstverständlich, dass ich bei Verabredungen pünktlich bin. Früher war es für mich nicht so von Bedeutung, die Zeiten einzuhalten. Ich habe damals eine Situation vor allem aus meiner Sicht beurteilt. Für mich war es nicht wichtig, ob ich nun auf die vereinbarte Zeit erscheine oder nicht. Ich war mich nicht bewusst, dass andere auf mich warten und ich deren Tagesprogramm durcheinander bringe. Daraus habe ich viel gelernt. Selber spüre ich inzwischen auch, dass es schön ist, wenn andere mir gegenüber pünktlich sind. Ich fühle mich ernst genommen und erkenne dadurch, dass ich für andere wichtig bin. Mit Pünktlichkeit kann ich meinen Mitmenschen zeigen, dass sie für mich wichtig sind und sie mir nicht gleichgültig sind.

Ich bin in all den Wochen bei MARIE-bewegt mutiger geworden. René, mein Coach, fordert mich immer wieder dazu heraus. Wenn mir dabei etwas gelingt, freuen wir uns beide, wenn etwas misslingt, zeigt und hilft er mir, wie ich erfolgreich sein kann. Ich spüre deutlich, dass es nicht schlimm ist, Fehler zu machen. Schlimm ist nur, wenn ich nichts daraus lerne. Hier ist das Boxen eine gute Schule: Wenn ich einen Schlag einstecken muss, ist dies nicht so schlimm. Auch wenn es manchmal mit Schmerzen verbunden ist. Schlimm ist aber, wenn ich den gleichen Fehler immer wieder mache und laufend unter Schmerzen leiden muss. Hier ändere ich schnell etwas, damit ich nicht andauernd getroffen werde. Ich habe gelernt: Ich muss selber etwas tun, damit es mir gut geht.

Durch den Sport lerne ich viel. Ich darf und kann mir etwas zutrauen und ich mache immer wieder gute und nützliche Erfahrungen. Auch wenn ich zwischendurch einstecken muss, lerne ich dabei immer und immer wieder etwas Neues. Nur durch Fehler kann man lernen. Fehler heisst ja schliesslich nichts anderes, als dass etwas «fehlt», sei dies in Form von Wissen oder Können. Wenn jemand nicht gut rechnen kann, fehlt im Kenntnis über die Zahlen, wenn jemand nicht gut Fahrrad fahren kann, fehlt ihm vielleicht das Gefühl für Balance. Fehler sind immer nützliche Hinweise, dass etwas noch unvollständig ist. Nur durch Fehler kann man WACHSEN!!!

Was sich auch verändert hat, ist mein Outfit. Ich schaue heute, dass ich mich tagsüber nicht im Trainingsanzug in der Öffentlichkeit zeige. Es ist für mich nicht nur Rücksicht anderer gegenüber, sondern es hat auch mit Achtung mir selbst gegenüber zu tun. Zudem macht es Freude, zu sehen, dass ich plötzlich ganz anders behandelt werde. Es wirkt, hätte ich nie geglaubt. So wie ich meine Kleider heute bewusst auswähle, bin ich auch bewusster in der Sprache. Ich habe von René Schmid, meinem Trainer gelernt: «Worte sind die Kleider der Gedanken.» Und es wäre doch schade, meine Gedanken in Lumpen zu kleiden. Ich kann hier noch viel lernen, es macht jedoch Spass, zu sehen, dass ich mich laufend entwickeln kann. Je nach Sprachgebrauch werde ich von den Mitmenschen unterschiedlich behandelt. Wer kennt es nicht, das Sprichwort: «Wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück.»

Alles in allem habe ich viele schöne und wichtige Erfahrungen gemacht. Mein Ziel ist es, nächsten Sommer eine Berufsausbildung zu machen und ich weiss, dass ich es nicht nur versuchen, sondern durchziehen werde. Ich habe einen Trainer, der mir beigebracht hat und mich immer wieder dazu zwingt, streng mit mir selbst zu sein und trotzdem liebevoll mit mir und anderen umzugehen.

«MARIE bewegt» sich konsequent weiter

Aus einem Sozialprojekt soll ein Sozialunternehmen werden. Erfahre mehr
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