Pascal Coach
Guido Zutter
Sabrinas Coach
Name
Steckbrief
Sabrina, 19, Biel/Bienne
Sabrina
Lebe als gäbe es kein Morgen.

Über mich

Ich kann Menschen sehr gut lesen, mich in sie hineinversetzen und es ist schrecklich für mich, wenn ich andere enttäuschen oder verletzen muss. Die Psyche und Arbeit für und mit Menschen interessiert mich sehr und ich liebe den sprachlichen Ausdruck in Wort und Schrift. Ich spiele selber Musik (Keyboard und neu auch ein bisschen Gitarre), bin eigentlich sehr gerne draussen in der Natur und brauche einen praktischen Bezug zu den Dingen. Es muss sich echt anfühlen.

Prägende Momente und erste Selbsterkenntnisse

Mir ist klargeworden, dass ich mehr Selbstbezogenheit in der Umsetzung meiner Ziele durchsetzen sollte.

Aktuelle Situation

Mein grösster Wunsch ist es schnellstmöglich meine eigene Unabhängigkeit zu erreichen. Eine Tätigkeit zu finden, die meinen Eigenschaften entspricht, auf der ich aufbauen kann um ggf. später eine Lehre oder berufsbegleitende Weiterbildung zu absolvieren.

Warum bist du vom Staat abhängig?

Wenn ich ganz ehrlich bin, ist mir bis vor kurzem gar noch nicht wirklich klar gewesen, dass ich vom Staat abhängig bin. Klar wusste ich, dass ich nicht arbeite und Geld bekomme, für welches ich nichts geleistet habe. Aber ich fühlte mich nicht so, wie ich dachte, dass sich ein Sozialhilfebezüger fühlen sollte. Warum ich überhaupt vom Staat abhängig bin, ist eine lange Geschichte. Kurz zusammengefasst: Ich habe mit meinen 19 Jahren bereits ein turbulentes Leben hinter mir, mit vielen „Wohnwechseln“ (Psychiatrie Aufenthalte, betreutes Wohnen) und auch vielen Arbeitswechseln. Ich fühlte mich zwar eigentlich an all den Orten auf irgendeine Art und Weise wohl, aber es war trotzdem nie das richtige/perfekte für mich. Und so kam es, dass alle Versuche, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen, kläglich scheiterten.

Welchen Schwierigkeiten begegnest du in der Arbeitswelt?

Ich kann mich für keine berufliche Richtung entscheiden. Eigentlich gefallen mir sehr viele Berufe, aber ich habe das Gefühl, dass keiner so richtig zu mir passt. Mittlerweile weiss ich jedoch ganz klar, dass ich einfach mal irgendwo starten und es auch durchziehen muss, auch wenn ich vielleicht das Gefühl habe, dass es nicht das ist, was ich mir für den Rest meines Lebens vorstellen kann.

Bist du vorbestraft?

Nein

Hast du Kinder?

Nein

Was ist in dir vorgegangen als du in die Arbeitslosigkeit gerutscht bist?

Ich bin ja eigentlich nicht in die Arbeitslosigkeit „gerutscht“, sondern konnte einfach in keinem Beruf langfristig Fuss fassen. Ich war aber natürlich nach jedem erneuten Misslingen sauer und enttäuscht über mich, kroch in mein nur allzu bekanntes Loch zurück, und versuchte dann nach einiger Zeit wieder raus zu kommen und den Fehler zu suchen. Fälschlicherweise erklärte ich mir die Situation dann jeweils damit, dass ich ja psychische Probleme habe, was es dann meistens nur noch schwieriger gemacht hat.

Wie hast du den Gang zur Gemeinde in Erinnerung?

Durch meine Wohnortwechsel, wechselte auch der Sozialdienst mehrmals. Ich musste mich also immer wieder neu anmelden und vorstellen. Es war und ist auch immer noch eine grosse Herausforderung für mich, dort hin zu gehen. Den verschiedenen Menschen und auch ihren Blicken zu begegnen und ausgesetzt zu sein, ist für mich sehr unangenehm.

Wie hat dein Umfeld reagiert?

Jeder erneute Rückschlag war nicht nur schwierig für mich, sondern auch für meine Freunde und meine Familie. Sie wussten meistens nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen und verstanden auch nicht so schnell, warum ich schon wieder abgebrochen habe. Nachdem dann die Fragen „Warum, weshalb, wieso“ geklärt war, versuchten sie mich dann aber jeweils wieder zu unterstützen und zu motivieren, auch wenn sie mich teilweise noch immer nicht ganz verstanden.

Wem gibst du die Schuld an der Situation?

Ich gab vielen Menschen, immer wieder anderen und meistens natürlich mir selbst die Schuld. Ich versuchte auch die Schuld, oder besser gesagt den Auslöser in meiner Kindheit zu suchen. Ich fand zwar dann meistens auch einen Grund oder einen Schuldigen, was aber eigentlich nicht korrekt ist. Immerhin bin ich dafür verantwortlich, wie ich handle und wie ich mit Situationen umgehe.

Arbeitest du nebenbei? (was und warum?)

Nein

Welchen Job würdest du künftig am liebsten machen?

Meine erste Priorität ist, dass ich Geld verdiene. In welchem Job ist mir nun erstmals egal. Ich will einfach unabhängig sein und selber über mein Leben bestimmen können. Vielleicht kann ich dann auch selber gewisse Personen unterstützen, die mich jetzt in dieser Situation finanziell unterstützt haben. Welche Richtung ich dann später einschlage, kann ich immer noch entscheiden. Mir stehen ja noch alle Türen offen. Wichtig ist mir einfach nur, dass ich in einem Umfeld arbeite, in welchem ich mich einigermassen wohlfühlen kann und dass mich die Tätigkeit auch ein bisschen interessiert.

Was war dein Traumberuf?

Ich hatte ganz viele Traumberufe, welche auch immer wieder gewechselt haben. Von Anwältin, Polizistin, Regisseurin, Autorin zu Psychologin, Tierpflegerin, Sozialpädagogin, Architektin und Fotografin, Eventplanerin, Innendekorateurin, etc.

Welche Stärken hast du?

Ich kann Menschen sehr gut lesen, mich in sie hineinversetzen, bin kreativ, musikalisch, kann gut schreiben, habe eine gute Auffassungsgabe und ein Auge für das Besondere.

Welche Schwächen hast du?

Mir fällt es schwer andere zu enttäuschen oder zu verletzen, ich kann nicht gut „Nein“ sagen. Direkt auf Menschen zuzugehen ist eine grosse Herausforderung für mich. Oftmals stresse ich mich selber, in Situationen wo Stress gar nicht nötig ist. Wenn ich Problemen begegne, suche ich den Fehler meistens zuerst bei den anderen oder bei meinen „psychischen“ Problemen. „Ich bin so, ich kann gar nicht anders.“

Was hast du alles unternommen um zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen?

Ich habe immer wieder aufs Neue versucht, mich aus meinem Elend herauszuziehen und mich auf neue Situationen einzulassen. Darunter waren BIZ Besuche, Klinikaufenthalte und ein Integrationsprogramm der IV bei der Solodaris Stiftung in Langendorf. All dies war langfristig gesehen nicht wirklich erfolgreich, aber ich habe dadurch viel Lebenserfahrung und Reife gewonnen.

Kickoff

Woche 1: Was für eine Erleichterung, das Projekt kann wie geplant mit vier jungen Menschen starten. Ein erster Erfolg. Schon vom ersten Tag an ist eine grosse Vertrautheit spürbar. Die Offenheit, mit welcher die jungen Menschen den Coaches begegnen, berührt. Aber auch das flexible Reagieren auf ungeplante Situationen und Ereignisse ist notwendig. Das fordert das Team von «MARIE bewegt» und die Abstimmung ist nicht immer einfach. Der Höhepunkt der Woche ist das JA von allen.
«JA, wir wollen bei «MARIE bewegt» bleiben und unser Leben selber in die Hand nehmen!»
Workshops/Trainings
  • Kennenlernen
  • Standortbestimmung
  • Entwicklungsziele festlegen
  • Bezug Götti-Coachee
  • Teambildung

Seit letztem April beschäftigte ich mich mal wieder mit den Fragen, wer bin ich, was will ich, wo will ich hin, was sind meine beruflichen Ziele. Durch verschiedene Interessen-/Eignungs-Tests vom BIZ bekam ich viele Anregungen für vielleicht in Frage kommende Ausbildungen. Ich entschied mich, verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen, d.h. schnuppern gehen, Infoveranstaltungen besuchen etc. mit dem Ziel, mich bis spätestens Mitte August für eine Ausbildung zu entscheiden und meine Bewerbungen für die offenen Lehrstellen 2017 loszuschicken.

Viele andere Probleme, welche es zu lösen galt, drängten sich in der Vordergrund und beanspruchten viel Zeit und Kraft. Schlussendlich kam ich also unter Zeitdruck und meine anfängliche Motivation und Euphorie löste sich in Luft als. Und so war es dann Ende Juli, und ich hatte weder eine Zwischenlösung für das nächste Jahr, noch hatte ich mich für eine Ausbildung entschlossen, geschweige denn Bewerbungen vorbereitet. Ich sah das Elend, in welches ich wieder hinein steuerte schon vor mir. Dann aber stiess meine Partnerin zufälligerweise auf das Inserat von «MARIE bewegt» und schickte mir den Link per Mail. Als mich meine Freundin dann am Abend darauf ansprach, sagte ich nur: «jaja, ich habe es gelesen». Sie fragte mich, was ich davon halte und ob das nichts für mich wäre, ich solle doch mal mit Frau Flükiger Kontakt aufnehmen. Ich erklärte ihr, dass ich nicht so recht weiss, und es mir noch überlege. Vor allem, weil ich aus der Webseite nicht ganz schlau wurde, mich fragte, ob das wirklich real ist, dass das Ziel wirklich eine Festanstellung ist. War das auch mein Ziel? Ist mein Ziel nicht eine Ausbildung? In der darauffolgenden Woche dachte ich viel darüber nach, schaute mir die Webseite mehrere Mal durch, sprach mit Freunden darüber, und auch mit meinem Psychiater. Seine Meinung war ganz klar: «das ist doch Quatsch, dass wollen Sie doch gar nicht. Das wäre wieder nur so ein Projekt, dass Sie nicht wirklich weiterbringt. Gehen Sie besser selbständig Ihren Weg, den Sie geplant haben.» Nach dieser Aussage war ich natürlich noch viel verwirrter. Ich schätzte die Meinung meines Psychiaters bisher eigentlich immer sehr, besonders, dass er an mich glaubte, dass ich meinen Weg auch selbständig gehen kann. Aber ich hatte das grosse Bedürfnis, heraus zu finden, was es mit dem Projekt MARIE bewegt auf sich hat. Ich nahm mein Laptop, und verfasste ein Mail mit vielen, vielen Fragen. Es ging nicht lange, und schon kam von Franziska Flükiger ein Mail zurück mit dem Vorschlag, dass wir (Frau Flükiger und ich) uns am besten gleich persönlich treffen.

Wir einigten uns darauf, dass ich mir nochmals Gedanken darüber machen darf, ob ich wirklich dabei sein möchte, und dass Frau Flükiger meine restlichen offenen Fragen klären wird, und mir dann Bescheid gibt. Einige Tage später teilte ich dann mit, dass ich gerne dabei wäre, und das Kernteam teilte mir mit, dass sie mich (egal in welche Richtung ich dann schlussendlich gehen möchte) auch gerne dabei haben wollen. Juhuuu! Und so vereinbarten wir einen zweiten Termin, an welchem, wenn möglich auch mein Sozialarbeiter dabei sein hätte sollen. Dieser konnte sich dies aber natürlich nicht so spontan einrichten (warum auch, ich bin ja sowieso nur Fallnummer 1945 oder so) und war von dem Projekt auch nicht wirklich begeistert. Das war mir aber ziemlich egal, immerhin ging es um meine Zukunft und nicht um seine. Also ging alleine zum vereinbarten zweiten Termin und wartete vor der AK15 Stiftung auf Frau Flükiger. Als sie mich abholte, teilte sie mir mit (was mich gerade ziemlich perplex machte), dass ein weiter Coach, Herr Zutter, und ein eventuell auch am Programmteilnehmender Coachee dabei sein werden. Also lernte ich auch gleich Herrn Zutter und Michael kennen, welche dann auch sehr sympathisch waren, und meine anfängliche Verwirrtheit war ziemlich rasch vorüber.

Wir einigten uns darauf, dass ich mir nochmals Gedanken darüber machen darf, ob ich wirklich dabei sein möchte, und dass Frau Flükiger meine restlichen offenen Fragen klären wird. Einige Tage später teilte ich dann mit, dass ich gerne dabei wäre. Wir redeten nochmals ein bisschen zusammen und ich unterschrieb die Vereinbarungen und machten ein cooles Foto. Und so kam dann der 15. August in einer rasenden Geschwindigkeit immer näher.

Ich war gespannt darauf, was mich erwartet, welchen Menschen ich begegnen werde. Herrn Zutter, Frau Flükiger und Michael kannte ich ja bereits ein bisschen. Im Gemeindehaus von Selzach angekommen, gab es zuerst mal ganz liebe Begrüssungen zwischen mir, den zwei Coaches Frau Flükiger und Herr Franz und auch Andreas, dem Fotografen welcher uns begleiten und ablichten wird.

Wir durften uns in verschiedenen Formen einander vorstellen, sei es durch Plakate, „Vorträge“ oder Diskussionen. Die guten, persönlichen Gespräche in den Pausen unterstützen dies sicherlich auch noch. Dadurch, dass wir uns über Plakate, Vorträge und Diskussionen einander vorstellten, war ich gezwungen mich mit mir selbst auseinander zu setzen. Ich weiss nun, dass mein Weg kein „gewöhnlicher/0815“ Weg sein wird/darf, sondern etwas für mich und vielleicht auch für andere besonderes wird. Die Ergebnisse der Übungen zum Selbst- und Fremdbild überraschten mich in keiner Weise. Ich weiss, dass mich die meisten Menschen, wenn sie mich frisch kennenlernen als eher schüchtern, zurückhaltend aber auch freundlich einschätzen.

Was mich diese Woche überraschte und womit ich mich selbst überraschte war, dass ich, wenn immer ich nach vorne vor die anderen stehen musste um mich vorzustellen, nicht nervös oder ängstlich war. Einer der besondersten Tage diese Woche, war für mich dann der Freitag. Ich traf mich am Morgen, vor dem «MARIE bewegt» Programm noch mit Guido und Fränzi zu einem Kaffee um zu besprechen, wie ich die Woche erlebt habe und ob ich weiterhin dabei sein möchte. Für mich ist es klar, dass ich unbedingt gerne weiter dabei sein möchte! Und stellt euch vor...sie wollen mich auch weiterhin dabei haben! Am Nachmittag durften wir 4 Coachees dann noch für unseren persönlichen Coach auswählen.

Dazu setzten wir uns nach draussen und besprachen, wer welchen Coach bevorzugen würde. Für mich war eigentlich ziemlich klar, dass ich am liebsten Guido als Coach hätte. Dies unter anderem, weil ich mit ihm durch die jeweiligen Fahrten von Biel nach Selzach und zurück, nochmals mehr Kontakt hatte als mit den anderen drei. Ich spürte auch gut, dass er mich sehr gut versteht und mich daher wahrscheinlich am besten fördern kann. Und so hatten am Abend alle von uns ihren persönlichen Coach und die erste Woche war vorbei.

Ich bin mega motiviert für die nächste Woche. Ich finde das Team klasse, und irgendwie sind mir auch alle schon ein bisschen ans Herz gewachsen. Also nächste Woche, du kannst kommen!

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Hinter diesem Pilot steht ein Kernteam, einmalige Charaktere, die grundsätzlich unterschiedlich denken und handeln. Immer wieder mussten wir die konzeptionellen Ansätze ändern, auf neue Situationen reagieren und im Selbstantrieb neue Lücken im System finden. Die Vision von MARIE bewegt bliebt unerschütterlich im Raum: die Wiederintegration von Sozialhilfeempfängern sollte eine Erfolgsrechnung sein, die dem Staat einen Steuerzahler, dazu gravierende Ersparnisse an Sozialkosten und der Gesellschaft einen selbstachtenden Bürger wiederbringt. Als wir zum 1. August 2016 den Nagel einschlugen, hatten wir zum Start der Befähigungsphase vier Coachees. Niemals werde ich den 15. August 2016 in Selzach vergessen: vier unterschriebene Vereinbarungen, vier Coachees!

Selbstführung und persönliche Entwicklung

Woche 2: Die zweite Woche ist geprägt von ungeplanten, kurzfristigen Abwesenheiten einzelner Coachees. Wie reagiert das Projektteam darauf? Gibt es Sanktionen? Jetzt sind Abstimmungen im Kernteam und klare Ansagen notwendig. Willkommen in der Realität!
Eine grosse Offenheit und Neugier seitens der jungen Menschen steht fest; eine Neugier auf das was von «MARIE bewegt» kommt, aber auch auf die entscheidende Frage: «Wer bin ich?».
Die Stimmung ist freundschaftlich, der Austausch offen, der Umgang unkompliziert und direkt.

Die zweite Woche startete nicht so gut. Wahrscheinlich konnte ich die letzte Woche und auch meine sonst noch anstehenden Baustellen (Wohnsituation, Sozialamt etc.) nicht so schnell verarbeiten, wie ich das gerne gehabt hätte. Anstatt mit mir zu kommunizieren fand mein Unterbewusstsein es scheinbar sehr amüsant, meinem Körper zu sagen, er solle doch helfen und ein bisschen verrückt spielen. Also fühlte ich mich, als ich am Montagmorgen aufwachte, schrecklich, kränkelig und schlapp. Ich musste mich also für das am Montag geplante Boxtraining entschuldigen. Doch gerade als ich mich dann wieder unter meine Bettdecke verkriechen wollte, meldete sich Guido bei mir, der vorschlug, zusammen Mittagessen zu gehen. Ich sagte ihm, dass ich mich nicht gut fühlen würde, und nicht wisse, ob es klug ist, mich der Aussenwelt auszusetzen. Er überredete mich aber schlussendlich mit dem Argument, dass ja die Sonne scheinen würde. Also überlistete ich meinen Körper und mein Unterbewusstsein und ging mit Guido Mittagessen. Wir besuchten auch noch Pfarrerin Frau Hulda Gerber in Kapplen, die sich sehr darüber freute mich kennen zu lernen. Sie haben Kaffee getrunken und spannende Gesrpäche geführt. Frau Gerber gab mir dann sogar noch ein Engeli mit auf den Weg, dass mich auf meinem Weg begleiten soll (dieses ist nun immer mit mir unterwegs). Das war die richtige Entscheidung, mich trotzdem aus dem Haus zu wagen, denn ich fühlte mich tatsächlich recht schnell wieder besser. Somit konnte ich dann den nächsten Tag auch wieder wie geplant bestreiten. Das war ein sehr spannender schöner Tag, und ich freute mich, die anderen wieder zu sehen.

Wir beschäftigten uns mit dem Enneagramm und den dazugehörigen neun Typen von Menschen. Ich hatte zuvor noch nie davon gehört, aber es begeisterte mich ungemein. Ich interessiere mich sowieso dafür, wie Menschen funktionieren und warum sie handeln, wie sie handeln. Und obwohl ich mich auch nach dem Tag nicht richtig entschliessen konnte, welcher Typ ich denn jetzt tatsächlich bin, geschweige denn ob ich ein Herz-, Bauch-, oder Kopftyp bin, schätzte ich diesen Tag sehr. Es war spannend, mich zusammen mit den anderen Coachees, damit auseinander zu setzten, wie wir funktionieren. Und Fränzi bot mir dann an, dass sie mit mir sonst einmal noch ein Interview machen würde, damit ich dann vielleicht doch noch herausfinde, welcher Typus ich bin. Bevor der Tag vorbei war, bekamen wir noch Besuch von Frau Liselotte Gerber, welche uns ganz offen und ehrlich von ihrem Leben berichtete. Ich bewundere sie dafür, dass sie uns, obwohl sie uns ja gar nicht kennt, so viele Details aus ihrem nicht einfachen Leben schonungslos erzählt hat. Ihre Lebensgeschichte ist sehr spannend! Sie hat uns Mut gemacht, nie aufzugeben und uns klargemacht, dass es immer einen Weg gibt.

Am nächsten Tag durfte ich dann die sehr sympathischen Menschen, Geri Amacher und Simone Pauli von der InCave GmbH kennenlernen, und sie nahmen uns mit in eine andere Welt. Nämlich in das Nidlenloch auf dem Weissenstein! Ich hatte vor dem Höhlengang keine grossen Emotionen. Ich wusste nicht so recht, ob ich mich freuen sollte oder nicht. Aber ich war gespannt, wie es denn in einer Höhle so aussieht, da ich zuvor noch nie in einer Höhle war. Und es war auch gut, dass ich vor dem Höhlengang nicht all zu viele Emotionen hatte, denn die Emotionen die sich dann in mir breit machten als ich in der Höhle war, hätte ich jetzt wirklich nicht den ganzen Tag haben wollen.

Bevor wir uns auf den Weg zur Höhle machten, erklärten uns Geri und Simone bei einem Kaffee noch einige Dinge über die Höhle und übergaben uns die Ausrüstung für die Höhle. Ausserdem durften wir noch einen Begriff ziehen, über welchen wir uns dann in der Höhle Gedanken machen sollten. Ich zog den Begriff Ehrlichkeit, aus welchem ich nicht ganz schlau wurde (Hat das Schicksal das Gefühl, dass ich nicht ehrlich bin?).

Vor dem Einstieg in die Höhle gab es noch den Aufstieg zu Fuss, um überhaupt zur Höhle zu gelangen. Und ich kam innerhalb von ein paar Minuten und Höhenmeter schon an meine Grenzen. Mein Körper war nicht fit genug für diesen Aufstieg...meine Beine zitterten, mein Herz pochte, und ich hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und nicht mehr stehen oder gehen zu können. Ich kam also schon total fertig (es waren ein paar lächerliche Höhenmeter!) bei der Höhle oben an. Und anstatt mich da zu erholen, zündete ich mir natürlich gleich eine Zigarette an. Ich wusste dass ich in den nächsten paar Stunden nicht rauchen darf, also muss ich vorsorgen. Mein Körper und meine Lunge fanden dies aber nicht so toll (komisch, warum nur). Also bestritt ich den Einstieg in die Höhle (welcher aus meiner Sicht der schwierigste Teil der ganzen Tour war) mit zitternden Beinen und wenig Luft. Ich konnte mich während den ersten Minuten überhaupt nicht auf die Höhle konzentrieren und musste schauen, dass sich mein Körper beruhigte.

Während der weiteren Höhlentour war es ein ständiges auf und ab. Manchmal ging es ein bisschen besser und dann wurde es wieder schwieriger. Aber wenigstens konnte ich mich ab und zu auch ein bisschen auf die Höhle konzentrieren und die Schönheit ihrerseits bewundern. Toll war für mich, dass es angenehm kühl war und ich so nicht so stark ins Schwitzen kam.

Gewisse «Hindernisse» waren schwieriger als andere, und ich war begeistert, dass mich Geri und Simone, aber auch die Jungs so gut unterstützten (Danke Jungs, auch wenn ich wohl zum Teil eine ziemlich lächerliche Figur machte). Ich konnte mich total auf alle verlassen, dass sie mir helfen werden und ich wohl doch noch nicht sterben werde.

Gegen Ende der Tour gingen dann aber die Emotionen doch noch mit mir durch. Ich war völlig am Ende mit meinen Kräften, und merkte einmal mehr, dass ich körperlich seit meinem Essproblem in meiner Pubertät, überhaupt keine Kraft mehr habe und sportlich nur noch ein Wrack bin. Viele Erinnerungen kamen hoch, Erinnerung an unschöne Zeiten, Zeiten wo ich in der Schule wegen meiner Unsportlichkeit gemobbt wurde und mein Leben ein einziges nie endendes Elend war. Ich war sauer und enttäuscht auf mich selber.

Und so konnte ich plötzlich die abwärts drehende Gedankenspirale nicht mehr unterbrechen und brach in Tränen aus. Ich konnte mich ziemlich lange nicht mehr beruhigen und so das wunderbar aussehende Raclette-Essen von Geri und Simone nicht mal anrühren. Ich sass auf einem Stein in der Höhle und begann zu frieren und immer, wenn ich dachte, dass ich mich endlich beruhigt habe, kam es wieder hoch. Nach einiger Zeit konnte ich dann aber wieder aufstehen und bewegte mich ein wenig um nicht einzufrieren. Geri, Simone und Filipe kamen auch auf mich zu und fragten was los sei, und ich antworte, dass ich einfach kurz Zeit brauche mich wieder zu beruhigen und dann später erkläre was genau los ist. Wieder draussen aus der Höhle und fertig umgezogen, erklärte ich dann der ganzen Runde, was mit mir los gewesen ist. Sie reagierten mega lieb, und so konnte ich den Begriff Ehrlichkeit richtig ausleben.

Das Fazit von diesem Tag für mich ist also, dass ich unbedingt etwas für mich, meine Fitness und Ernährung tun muss, wenn ich älter werden will als vielleicht 30. (Gut vielleicht ist es dem Schicksal auch egal, was ich mit meinem Körper mache. Aber man weiss ja nie, vor allem weil wir bisher nicht so gute Freunde waren).

Am nächsten Tag erwartete mich der Morgen neben dem Muskelkater noch mit Zahnschmerzen, und Kopfschmerzen. Ich meldete mich für den Morgen ab. Und tatsächlich fühlte ich mich nach einer Schmerztablette und ein bisschen Schlaf wieder ein wenig besser. Also konnte ich den Nachmittag mit dem Thema Umgang mit Belastungen/Druck und Ängsten doch noch bestreiten. Mit diesem Thema hatte ich mich natürlich schon oft und viel auseinander gesetzt, immerhin wurde bei mir eine Angststörung diagnostiziert. Trotzdem war es ein spannender Nachmittag, denn jeder Mensch bringt dieses Thema anders rüber. Ich bemerkte an diesem Nachmittag, wie schnell und extrem ich mich in diesen eineinhalb Wochen verändert habe. Meine Denkweise über das Thema Angst ist eine ganz andere. Ich weiss jetzt dass man sich gewisse Ängste auch einreden kann, und man sich auch in etwas rein steigern kann, wenn man sich ständig mit seinen Problemen beschäftigt. Klar habe ich Ängste, aber wer hat die schon nicht. Gewisse Sachen kann ich halt besser als andere, aber deshalb habe ich doch keine psychischen Problemen. Seit ich das Enneagramm kenne, finde ich, dass gewisse Lebensweisen einfach zu meinem Typus dazugehören. Ich bin also zu dem Schluss gekommen, dass ich gar keine psychologische Behandlung mehr brauche und schon gar keine Medikamente mehr, sondern dass es reicht, sich selber zu verstehen und gute Leute um sich zu haben.

Der letzte Tag der Woche war dann auch noch ein ganz besonders. Das Thema Anders sein wurde super ausgelebt. Wir durften zwei weitere super coole Menschen kennen lernen. Zum einen den Sozialagogen Benu Stebler, der uns den ganzen Tag durch begleitete, und zum anderen den Leiter des Vereins Avertamain Ursicin Poltera. Wir hatten spannende Gespräche und am Nachmittag beschäftigten wir Coachees uns dann noch mit den Fragen: Was sind unsere beruflichen und persönlichen Ziele? Was haben wir für Wünsche? Benu Stebler half mir, die Fragen zu beantworten. Er erklärte mir, dass es weniger darum geht, was dann tatsächlich realistisch ist, sondern mehr darum, was ich für Wünsche oder Vorstellungen habe. Und schlussendlich brachte ich dann folgende Punkte auf Papier:

Berufliche Ziele: „Etwas weitergeben aus eigenen Erfahrungen/Erlebnissen, Menschen unterstützen sozial/psychologisch, mit oder für Tiere arbeiten, Tiere studieren, entweder eine Ausbildung oder Festanstellung erhalten“

Persönliche Ziele: „Meine körperliche Fitness wieder aufbauen/verbessern, mein eigenes kleines Reich haben, meine Partnerin damit finanziell entlasten, nicht mehr abhängig sein vom Sozialamt, herausfinden wer ich bin, nicht mehr in der Vergangenheit leben“

Meine Wünsche: „Reisen (Italien/Gardasee), die Autoprüfung absolvieren, eine Bar führen mit meiner Partnerin, ein Tierheim führen.“

Und dann war der Tag und somit die zweite Woche auch schon wieder vorbei. Es war wieder eine durchaus spannende und lehrreiche Woche.

Facetten des Lebens zeigen und neue Perspektiven eröffnen

Woche 3: Diese Woche werden die Coachees und das Kernteam im ganzen Leben nicht vergessen: An Wechselbädern von Emotionen und hautnahen, intensiven Erlebnissen kaum zu übertreffen. Die dritte Woche geht an die Substanz. In der anderen Waagschale liegt jedoch eine Vielzahl von schönen menschlichen Erlebnissen und Selbsterkenntnissen, die Chance sich als Menschen zu begegnen und Vertrauensbeziehungen aufzubauen. Es ist eine Freude anzusehen, wie sich die Coachees den Herausforderungen und dem straffen Programm stellen.
Was KU-Partner GmbH hier als Organisator der Woche mit den regionalen Vereinen und Firmen aufzog, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Markus Jung, Geschäftsinhaber von KU-Partner, lebte die Arbeit für und mit Menschen vor – ein Sinnbild für «MARIE bewegt».

Was für eine Woche! Die dritte Woche war besonders intensiv und hat mich sehr beansprucht.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Die Aktivwoche im Zürcher Oberland ….. Menschen, Bilder, Emotionen …. eine andere Welt …. Naturverbundenheit und vorgelebte Zusammengehörigkeit

Ich habe so viele neue Menschen kennengelernt, neue Erfahrungen gesammelt, neue Erkenntnisse gesammelt. Es war eine gute Woche, und dies obwohl sie eigentlich nicht wirklich gut gestartet hat. Das Wochenende verlief bei mir privat nämlich gar nicht gut und ich hatte daher auch eine ziemlich schlechte Stimmung, als die neue Woche am Sonntag Mittag startete. Das Wochenende war geprägt von Auseinandersetzungen, Aggressionen, Antriebslosigkeit... Eigentlich wollte ich den Samstag nutzen um viele administrative Sachen zu erledigen und auch schon für die bevorstehende Woche im Zürcher Oberland packen, aber ich war so demotiviert, dass ich den ganzen Samstag über rein gar nichts gemacht habe und dann am Sonntagmorgen natürlich im Stress war.

Als ich dann jedoch Guido und Michael am Nachmittag am Bahnhof Biel traf, ging es mir bereits wieder ein bisschen besser. Nach ein paar Stunden Autofahrt trafen ich, Guido, Michael, Cyril, Filipe und Fränzi an unserem Ziel, dem Triemenhof im Zürcher Oberland ein. Dort lernten wir Markus, unseren Projektleiter für die kommende Woche und ein paar Mitarbeiter und Bewohner des Triemenhofs kennen.

Markus Jung KU-Partner
Stärken: Am Sonntag kam die Truppe an. Bei schönstem Wetter. Begrüssung durch Katarina Grädel und gegenseitiges Vorstellen. Besprechung der Tagesstruktur. Ein Grillabend war angesagt. Am Montag dann ein Tag Arbeit in der Landwirtschaft. Fotografiert von Andreas von Gunten. Nach dem Frühstück den Stall reinigen. Die einen barfuss, die anderen in Gummistiefeln. Kochen, Tisch decken, gemeinsames Mittagessen, abräumen, abwaschen. Dann Heuballen pressen und auf den Heuboden hieven – Schwerarbeit

Zuerst gab es natürlich wieder eine Vorstellungsrunde mit einem kleinen Willkommensapéro, bevor es dann auch schon bald das Abendessen gab, wo wir mit allen anwesenden assen. Ich war jedoch an diesem Abend ganz und gar an Gesprächen interessiert, was mir dann im Nachhinein auch leid tat. Aber ich wollte da einfach nur meine Ruhe haben.

Am nächsten Tag durften wir Coachees dann bei der Arbeit auf dem Bauernhof mithelfen. Am Morgen war ich mit Norina und einem Bewohner unterwegs. Wir putzten einen Raum, der dann am darauffolgenden Freitag für eine Veranstaltung vermietet wurde.

Der Raum hatte ziemlich hohe, dreckige Fenster, kirchenähnlich. Da Norina und der Bewohner beide nicht wirklich erpicht darauf waren auf die Leiter zu steigen und sich der Höhe auszusetzen, versuchte ich mein Glück. So ein bisschen hat es auch funktioniert, aber ich muss auch sagen, obwohl ich eigentlich keine Höhenangst habe, war es doch eine Herausforderung für mich. Nachdem wir den Raum fertig geputzt hatten, gingen wir noch ein wenig im Stall helfen.

Mit Norina hatte ich von den Mitarbeitenden dann die ganze Woche über eigentlich am meisten zu tun, weshalb ich sie auch am besten kennengelernt habe. Am Nachmittag konnte ich dann noch im Hühnerstall mithelfen.

Was ich die ganze Woche über sehr schön fand war, dass wir eigentlich ständig in der Natur waren. Ich habe gemerkt, wie sehr mir das gefehlt hatte. Was mir ausserdem gefallen hat ist, dass ich immer unter Menschen war und wir meistens alle, also der ganze Triemenhof, zusammen gegessen haben.

Wir hatten jeden Tag Programm und konnten in verschiedene Berufe reinschnuppern. Es waren aber eigentlich nicht mal die Berufe die mich in erster Linie interessiert haben, sondern vor allem die verschiedenen Menschen und ihre Geschichten.

Was mir am besten gefallen hat, kann ich eigentlich gar nicht so sagen. Aber ich habe recht schnell gemerkt wenn mir etwas nicht gefallen hat. War es für mich nämlich langweilig, verlor ich recht schnell die Konzentration und es fiel mir schwer den lieben Menschen, die mir gerade versuchten ihre Arbeit zu erklären, überhaupt noch richtig zuzuhören. Highlights gab es in dieser Woche sehr viele. Und jeder Tag war für sich speziell. An dem Tag in der Reha Klinik in Wald schnupperte ich in die Bereiche Hotellerie und Pflege.

Dieser Tag startete für mich mit einem kleinen Desaster. Wir hatten uns am Abend zuvor überlegt, in welchen Bereichen wir am liebsten einen Einblick erhalten möchten. Ich entschied mich für den Bereich Pflege am Vormittag und für den Bereich Cafeteria am Nachmittag. Als wir dann aber am Freitag vor Ort ankamen, erklärte uns die zuständige Frau, dass sie uns bereits in Bereiche eingeteilt hatte. Ich kam am Morgen in den Bereich Hotellerie und am Nachmittag in den Bereich Pflege. Das war aber eigentlich nicht weiter schlimm. Der Grund warum ich nicht den Bereich Hotellerie gewählt hatte war, dass ich schon mal in einem Hotel geschnuppert habe. Wie ich dann aber an diesem Morgen feststellen durfte, ist es ein sehr grosser Unterschied, ob man in der Hotellerie von einem Spital oder in einem Hotel arbeitet. Und es hat mir dann auch recht gut gefallen! Vor allem, weil die zwei Frauen, die für mich zuständig waren, sehr lieb und cool waren! Das für mich spezielle und gute an der Arbeit in einem Spital war, dass man obwohl man in der Hotellerie arbeitet, doch recht viel Kontakt auch mit den Patienten hat.

Und der Nachmittag war sowieso für mich von grossem Interesse, weil ich mich schon immer für die Pflege begeistert habe (meine ersten Bewerbungen in der Schulzeit, schickte ich alle für eine Lehre als FAGE). Ich hatte an diesem Tag also zwei verschiedene Einblicke in Berufe, welche mir gut gefallen haben. Am Ende dieses Tages war ich dann aber auch ziemlich müde und kaputt, der Alltag in einer Reha Klinik ist halt doch nicht ohne.

Den Donnerstag verbrachten wir in der EW Wald, wo wir auch verschiedene Einblicke in verschiedene Tätigkeiten erhielten. Das Team dort bestand hauptsächlich aus Männer, abgesehen von zwei Frauen die noch in der Lehre waren (ich muss aber sagen, dass ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe, in einem Team zu arbeiten, in dem hauptsächlich Männer arbeiten, denn wenn zu viele Frauen auf einem Haufen sind, gibt es oft Zickenkrieg :-D). Der erste Bereich in welchem ich an diesem Tag reinschauen durfte, war bei einem Neubau, wo auch die zwei Lernenden Frauen waren. Obwohl die Leute sehr sympathisch waren, habe ich mich dort sehr gelangweilt, aber ich wollte mich trotzdem durchbeissen. Und der Tag wurde dann auch noch besser, viel besser. Beim zweiten Bereich war ich nämlich mit einem der Chefs unterwegs. Wir sind zusammen an verschiedene Baustellen gefahren und er hat mir viel über diese erklärt. Und das Highlights des Tages war dann natürlich der Nachmittag, wo ich in die Bereich Netzelektriker und Solartechnik reinschauen durfte. Das fand ich dann wirklich spannend und es war auch lustig und interessant mit den Menschen die mich begleitet haben.

Der Mittag an diesem Tag war auch echt schön, wir haben mit allen Mitarbeiter gemeinsam gegessen, welche extra für uns einen Grill vorbereitet haben. Da hatte ich dann auch noch interessante Gespräche mit den beiden Lernenden.

Den Mittwochmorgen verbrachten wir in der Druckerei Sieber. Und obwohl auch da die Menschen mega sympathisch waren, muss ich sagen, dass mich an diesem Morgen von der Arbeit her nur die Gestaltung von den Dokumenten interessiert hat. Das gehört aber nicht zum Kerngeschäft. Am Nachmittag gab es für mich eine Programmänderung. Ich durfte am Nachmittag zusammen mit Norina selber Joghurt machen (wie cool ist das denn, das muss ich zu Hause auch mal probieren) und hatte dann mit Fränzi noch das schon länger geplante Typisierungsinterview, welches Recht viel Zeit in Anspruch nahm. Aber ich konnte danach wenigstens schon mal ein paar Typus ausschliessen.

Den Dienstag verbrachten wir im Waggerenhof in Uster, wo ich Erfahrungen im Umgang mit beeinträchtigten Menschen sammeln durfte. Den Morgen verbrachte ich im Atelier Senioren, wo ich zusammen mit den Beeinträchtigten ihre erstellten Kunstwerke bestaunen, Gespräche führen, zusammen mit ihnen musizieren und sie wenn nötig unterstützen durfte. Der Morgen hat mir recht gut gefallen, war aber auch sehr herausfordernd für mich, gerade auch weil ich Menschen automatisch lese und daher viele Sachen aufnahm.

Anschliessend gab ich ein Interview für die Zürcher Oberland Zeitung, welches ich zwar sehr gerne gegeben habe.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Immer mehr ging ich auf Sabrina ein, suchte persönliche Gespräche mit ihr. Einen ganz wesentlichen Meilenstein bildeten für sie sicher das Interview und der daraus folgende Zeitungsbericht im Zürcher Oberländer. Sie konnte der Welt ihre Besonderheit zeigen, dass sie etwas kann, jemand ist!

Als wir uns am Mittag zum gemeinsam Essen trafen, hatte ich eine richtige Reizüberflutung. Als ich merkte, dass dieser Zustand auch nach dem Mittagessen nicht nachlassen wollte, fragte ich Fränzi für ein kurzes, persönliches Gespräch. Ich erklärte ihr meine Situation und wir besprachen das weitere Vorgehen. Während den Gesprächen mit Fränzi auf der Rückfahrt zum Triemenhof, und nachdem ich mich dann am Nachmittag ein bisschen erholte hatte, ging der Zustand langsam vorüber.

Die Abende unter der Woche verbrachten wir jeweils unterschiedlich. Meistens sass ich noch bis spät am Abend mit den Coaches und zusammen draussen. Am Montagabend waren wir vier Coachees zusammen mit Norina und den zwei Pferden unterwegs. Das war auf jeden Fall auch eines der speziellsten Erlebnisse der Woche.

Markus Jung KU-Partner
Stärken: Etwas komplett anderes: Reit-Therapie mit zwei Islandpferden.

Ich war ziemlich ängstlich im Umgang mit den Pferden, obwohl ich Tiere eigentlich sehr gerne mag. Aber da ich früher mal geritten habe, und dies ein Pferd war, das man nicht richtig einschätzen konnte, weil es sehr schreckhaft war, hatte ich ein komisches Gefühl. Wir gingen mit den Pferden zusammen auf die Wiese und hatten eigentlich die sehr einfache Aufgabe, das Pferd über die Wiese zu führen, ohne das es anhält und anfängt zu grasen. Klingt eigentlich sehr einfach, ich muss aber sagen, dass es alles andere als einfach war. Das Pferd ist spürt sofort, wer du bist. Sobald es gemerkt hat, dass ich unkonzentriert oder zu wenig stark geführt habe, fing es an zu grasen. Die ganze Situation berührte mich so stark, dass mir plötzlich die Tränen kamen und Norina mich trösten musste. Schlussendlich traute ich mich dann sogar auf das Pferd zu setzen.

Das war ein gutes Erlebnis mit guten und auch stolzen Gefühlen meinerseits. Den letzten Tag der Woche vor unsere Abreise am Sonntag, waren wir am Nachmittag zusammen mit Markus in einem Spenglerei Museum. Am Abend bekamen wir dann noch Besuch von Patrick, welcher extra vorbei kam um uns kennen zu lernen und uns von seinem spannenden, besonderen Lebensweg zu erzählen.

Patrick Zanini Schreif
Stärken: Dank «MARIE bewegt» durfte ich als Gast einen inspirierenden Abend mit den vier jungen Erwachsenen im Triemenhof verbringen. Ich berichtete am Lagerfeuer von den persönlichen Erlebnissen, schwierigen Entscheidungen und Rückschlägen bei meinem Werdegang vom Geschichtsstudent zum Jungunternehmer mit Manufaktur in El Salvador. Man kann es nicht allen recht machen und immer wieder darauf vertrauen für sich zu spüren, was man wirklich will. Das anregende Gespräch im Anschluss hat mir gezeigt: Hier sind hochmotivierte junge Erwachsene vor mir, die wollen und die ihren Weg machen werden

Wir sassen noch lange mit ihm am Lagerfeuer, und mir wurde einmal mehr bewusst, dass mein Berufsweg auch ein besonderer sein darf. Das war also wirklich eine tolle Woche und ich danke Markus Jung, dem Triemenhof und allen eingebunden Firmen für diese geniale Erlebniswoche.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Auch mich zog die Woche im Zürcher Oberland gewaltig rein …. was Netzwerkpartner, Gönner und Werbepartner Markus Jung mit seiner KU-Partner GmbH hier als Organisator mit den regionalen Vereinen und Firmen aufzog, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Er lebte die Arbeit für und mit Menschen vor – ein Sinnbild für «MARIE bewegt». Markus untermauerte die Zukunftsvision von «MARIE bewegt», die sich voll mit meiner Philosphie deckt, das ökonomische Prinzip von morgen, dessen Umsetzung eine ganz neue Herangehensweise für soziales Engagement ins Leben ruft: Organisationen werden in der Welt eine entscheidende Bedeutung bekommen, und zwar als Organisatoren, nicht als Arbeitgeber.

Reflexion Erlebniswoche und die Spiegel zu sich selbst.

Woche 4: Mit der Reflexion der Erlebniswoche im Zürcher Oberland, den zahlreichen Feedbacks von aussen, den Selbsterkenntnissen und dem Fotoworkshop mit «the creative way» schlagen wir die Brücke zur Arbeitswelt:
Bei welcher Tätigkeit habe ich Freude erlebt? Wo habe ich Talente entdeckt? Wo könnte mich mein beruflicher Weg hinführen?
Workshops/Trainings

Da wir letzte Woche erst am Sonntagnachmittag zurück kamen, hatten wir diese Woche am Montag frei. Das war auch gut so, denn mein Hirn hatte noch recht viel zu verarbeiten. Die Erlebniswoche war überwältigend für mich! Um es nochmals zu erwähnen: so viele interessante Menschen, emotionale Erlebnisse, spannende Einblicke, gute Gespräche und das Highlight: frische Luft und Natur gerade wenn du aus dem Haus kommst!

In der vierten Woche waren wir mit Guido und René in Kappelen unterwegs, wo wir wiederum auf verschiedene Menschen trafen. Am Morgen zum Beispiel, nahm sich ein Mann von der Gemeinde extra die Zeit, ein Bewerbungsgespräch mit Filipe durchzuführen.

Es war unterhaltsam den beiden zuzuhören und zuzuschauen, aber wirklich viel neues gelernt habe ich dabei leider nicht. Ich hatte ja selbst auch schon ein paar Bewerbungsgespräche und weiss eigentlich, wie man sich da verhalten sollte. Das einzige, was bei mir noch so ein bisschen hängen blieb, war die Tatsache, dass es bei einem Bewerbungsgespräch extrem darauf ankommt, was das Gegenüber für eine Art von Person ist. Dass man da dann einfach schauen muss, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt, bzw. wie viel man von sich Preis geben soll oder eben nicht. Da ich Menschen eigentlich gut einschätzen kann, ist das für mich nicht so ein Problem. Am Mittag trafen wir auf Hulda Gerber, die Pfarrerin von Kappelen. Sie war wieder sehr herzig und zeigte ein grosses Interesse an uns.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Im Gemeindehaus Kappelen wurde Ende 2015 das Sozialprojekt «MARIE bewegt» in mehreren Sitzungen ins Grundkonzept verfasst und das vierköpfige Kernteam gegründet. Am 21. August 2016 gab der Kirchrat Bern über Pfarrerin Hulda Gerber das Sozialprojekt zur Kollekte für den Kappeler Waldgottesdienst frei. Am 6. September 2016 kamen die Coachees nun selbst hierher!

Der Nachmittag war dann noch das Highlight des Tages. Guido hatte organisiert, dass Norbert Häg (Enneagramm Lehrer) aus Deutschland anreist, um uns am Nachmittag nochmals ein bisschen über das Enneagramm zu berichten!

Das war so cool! Er konnte mir meine Fragen beantworten und es war einfach nur spannend.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Norbert Häg, Inhaber von Häg&Partner und Werbepartner von «MARIE bewegt», war aus Deutschland angereist, um den jungen Menschen persönlich hier in Kappelen zu begegnen.

Für die nächsten zwei Tage waren die Foto-Workshops bei „The Creative Way“ geplant, wo ich und Michael für den Mittwochmorgen eingeplant wurden. Das war auch echt beeindruckend und tat meinem Selbstbewusstsein sehr gut.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Mathias Müller, Geschäftsführer Persag AG, ebenfalls Werbepartner, ist es zu verdanken, dass es zur Einbindung von Mirei Lehmann von thecreativeway kam, wo unseren vier Coachees in Zweiergruppen am 7. und 8. September 2016 ein ganz spezieller Fotoworkshop in Biel ermöglicht wurde.

Das Team war auch so verrückt und erfrischend und strahlte so eine positive, kreative, inspirierende Energie aus, die ich total aufnehmen konnte und mich sofort wohlfühlte. Es sind da ganz viele verschiedene Künstler am Werk...Fotografen, Architekten, Autoren etc. (so cool!). Natürlich hoffe ich auch, dass man ein paar schöne Fotos von mir machen konnte (nicht weil ich an den Fähigkeiten der Fotografin zweifle, sondern an meinen als Model :-D). Wir haben aber nicht nur Fotos gemacht, sondern auch viel geredet und gelacht.

Am nächsten Tag stand für mich von «MARIE bewegt» her ja eigentlich nichts Festes auf dem Programm, weshalb ich individuell mit Guido unterwegs war. Wir gingen zusammen zu campfire, damit ich das Team und auch die Webseite, welche sie für uns, bzw. «Marie bewegt» erstellten, kennen zu lernen. Die Atmosphäre da war ähnlich wie bei The Creative Way...inspirierend, kreativ, einfach toll und ich war hellauf begeistert von der bisher gestalteten Webseite! Wir vier Coachees stehen im Mittelpunkt, wie vier kleine Stars. Die Menschen würden die Webseite besuchen, und unsere Geschichte lesen...meine Geschichte!

Jessica Jakob (Projektleitern für «Marie bewegt») meinte sogar, dass ich ev. sogar gewisse Texte selbst schreiben darf, was mich natürlich sehr freute.

Am Freitag waren wir Coachees dann nochmals alle zusammen mit Fränzi, Pascal und am Nachmittag noch mit Guido bei a&G Personal in Biel.

Thema an diesem Tag war ein weiteres Mal das Selbst- und Fremdbild. Hierzu haben wir zwei coole Übungen gemacht. Als erstes haben wir uns zusammen einige Fotos aus der Erlebniswoche angeschaut, wo wir dann jeweils zu jedem Bild sagen mussten, was wir denken wie sich Person X in dieser Situation gefühlt hat, oder wenn wir selbst auf dem Foto waren, wie wir uns persönlich gefühlt haben. Es war spannend zu sehen, wie wir jeweils andere Sichtweisen haben. Und mir wurde wieder mal der Spiegel vorgehalten, dass ich oft, wenn ich zum Beispiel konzentriert, verträumt oder gelangweilt bin, böse schaue. Weiter mussten wir noch ein paar Stärken, von denen wir denken, dass wir sie besitzen, aber auch die Stärken der anderen, notieren. Bei mir hab ich mir folgende drei Punkte aufgeschrieben: Ehrlichkeit, mich in andere Menschen hineinversetzen zu können und Kreativität. Von Cyril bekam ich die Stärke, dass ich mir immer Mühe gebe und von Michael, dass ich sympathisch, pünktlich bin und gut Klavier spielen kann. Den Jungs habe ich natürlich auch schöne, gelbe Zettelchen gestaltet, bei Michael mit folgenden Punkten: sympathisch, hilfsbereit, engagiert und bei Cyril: präzise, wissensdurstig, sympathisch. Und dann war die vierte Woche auch schon wieder vorbei. Wie schnell diese Wochen vorbeigehen, unglaublich!

Die individuellen Besuche bei farbtutgut im Luzernischen Ebikon bilden den Abschluss der Befähigungsphase.

Woche 5: Ergebnis ist ein gesamtes Bild über die Persönlichkeit aus Sicht der Farbanalyse: persönliche Ressourcen werden herausgefiltert, analysiert weshalb diese bisher nicht zur Anwendung gelangen und konkrete Massnahmen festgehalten. Am letzten Tag überraschen die Coachees uns mit einem selbstgemachten Apéro. Wir sagen DANKE dafür.
Workshops/Trainings

Woche 5 startete mit einem ganz besonders tollen Tag. Ich und Michael waren mit Guido in Luzern bei Sonja Ehrenbolger für eine Farbpersönlichkeitsanalyse.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Das letzte Highlight der Befähigungsphase in einer geschlossenen Gruppenarbeit war die abschliessende Farblichttherapie mit Sozialpädagogin Sonja Ehrenbolger, die ebenfalls zusätzlich Gönnerin von «MARIE bewegt» ist. Hierbei ergab sich auch mir noch einmal die Möglichkeit alle vier Coachees persönlich zu reflektieren. Ja, diese jungen Menschen brachten wir weiter ….. anders, umfassender und intensiver als das sonst je einer machen würde!

Ich wusste nicht genau was mich erwarten würde, ich wusste nur, dass es etwas mit Farben zu tun haben musste, und dass es mich sehr interessieren wird. Guido hat mir das nämlich versichert und da er mich sehr gut kennt und auch weiss, dass ich mich für aussergewöhnliche Dinge interessiere, wusste ich, dass es auch so sein wird. Es war so ein schöner Tag! Wir lernten Sonja und ihre Familie kennen, bekamen ein super feines Morgen- und Mittagessen und ich fühlte mich sofort wie zu Hause. Sonja nahm sich jeweils 3 Stunden pro Person Zeit. Zuerst stellte ich mich Sonja vor und sie erklärte mir dann sehr viel über die Lehre der Farben.

Sabrina bei «farbtutgut»
Franziska Coach Franziska Coach
Stärken: Sie soll ihre Gedanken und Gefühle übers schreiben ausdrücken und durch Arbeit in den Alltag kommen. Indigoblau Zugführerin, fährt einen Sozialzug. Wenn es ihr schlecht geht, geht sie in ihre Komplementärfarbe Orange und überspielt. Dann geht sie in das letzte Wägeli und kommt in eine Sehnsuchts-/Trauer Depression.

Mein Wurzelchakra wurde gemessen und wir schauten zusammen die Bedeutung meines Namens anhand der Farben an. Wir kamen richtig in spannende Diskussionen und redeten und zeichneten und am liebsten hätte ich noch Stunden weitergemacht. Aber die drei Stunden waren dann natürlich auch irgendwann und viel zu schnell vorbei. Während dieser Zeit lernte ich aber wieder so viel über mich selber, und legte mich auch noch 30 Minuten unter eine Lampe, wo ich dann mit verschiedenen Farben beleuchtet wurde, um meine Farbbalance wieder herzustellen. Die wichtigsten Punkte die ich an diesem Morgen über mich selbst gelernt habe sind: Dass sehr vieles in mir steckt, ich viele Ressourcen habe, die ich aber seit langer Zeit nicht mehr richtig genützt, sondern in mir eingesperrt habe. Ich muss dieses Können, dieses Wissen aus mir rauslassen, die Ressourcen wieder in meinen Alltag integrieren um zu zeigen, wer ich wirklich bin! Ausserdem muss ich lernen, dass es mir egal sein kann, was andere Menschen über mich denken!

Sonja Ehrenbolger Farbtherapie
Stärken: Sie soll ihre Gedanken, Gefühle über das Schreiben ausdrücken und durch Arbeit in den Alltag kommen.

Den Nachmittag habe ich dann noch zusammen mit Guido und Andreas verbracht. Ich war mit der Hündin spazieren, war im Pool schwimmen, und hatte zu guter Letzt noch ein persönliches Gespräch mit Guido. Er hatte mir zwei super Nachrichten zu überbringen. Nämlich zum einen, dass ich wenn ich möchte, die Chance erhalten würde bei der Keller Tabak AG in Solothurn zu arbeiten und zum anderen, dass Geri und Simone mit mir ein kostenloses Fitness/Ernährungsprogramm durchführen würden. Wie cool ist das denn?! Ich aber entgegnete ihm sofort, dass ich mir das gar nicht überlegen muss, sondern auf jeden Fall gerne machen würde! So endete dieser Tag also mit einer Aussicht auf eine 10% Arbeitsstelle, einem zugesicherten Fitness/Ernährungsprogramm nur für mich, und viele Selbsterkenntnisse über mich selber.

Am Mittwoch traf ich mich mit Geri, Simone und Guido um das Ernährungs- Fitnessprogramm zu besprechen. Ich schätze es sehr, dass die beiden mir diese einmalige Chance und so selbstlos ihre Unterstützung anbieten! Wir haben vereinbart, dass ich nun eine Woche notieren werde, was/wie/wo ich esse, um dies dann nächste Woche gemeinsam zu besprechen, und Schritt für Schritt anzupassen, bis ich dann meine Ernährung in ein paar Wochen ganz umgestellt habe. Das Fitnessprogramm wird dann starten, sobald die Ernährungsumstellung abgeschlossen ist.

Weiter habe ich die Aufgabe, dass ich einen Text darüber verfasse wo ich, bezüglich körperlicher Fitness, in einem Jahr gerne stehen würde und dass ich mir einen Namen für das Projekt überlege. Ausserdem haben wir auch noch besprochen, dass ich bei gegebenem Fall Geri und Simone bei Höhlengängen oder auch administrativen Dingen unterstützen werde und vielleicht sogar die Ausbildung zur Höhlenführerin absolvieren darf.

Der Donnerstag war dann auch nochmals ein sehr spannender aber auch anstrengender Tag. Am Morgen durfte ich zusammen mit Guido zuerst einerseits nach Lyss zu Andres Fahrzeugbau wo ich den sympathischen Res Andres kennenlernte und ihm ein bisschen von mir erzählte, und andererseits nach Bern zu Beatrice Kohler, einer Astrologie-Psychologin, die mir das ganze Gebiet der Astrologie ein bisschen näher brachte. Sie hatte sich anhand meiner Geburtsangaben auch schon extra vorbereitet und sogar eine Zusammenfassung geschrieben, die sie mir dann am Schluss noch mit gab. 

Sie erzählte mir vieles über mich, was sie anhand meines Horoskops alles sehen konnte. Das war so spannend und hat auch wirklich gepasst!

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Beatrice Kohler, eine weitere Gönnerin, nahm sich Zeit für Sabrina und eine astrologische Auswertung.

Auch das Gespräch mit ihr sonst war sehr interessant, und am Schluss durfte ich sogar noch Karten legen.

Ich hätte wahrscheinlich noch den ganzen Tag so weitermachen können, aber ich und Guido mussten gegen Mittag wieder in Biel sein. Ich bin sehr dankbar für diesen Morgen, denn ich habe wieder viel über mich erfahren und gelernt. Auf dem Rückweg nach Biel erzählte mir Guido, dass die Tabak Keller AG mir die Chance für die Stelle tatsächlich gerne geben würde, und ich daher diesen Montag ein Vorstellungsgespräch bei Therese Rihs habe, um alles noch im Detail anzuschauen.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Ein Job und die Unabhängigkeit müssen her – also, auf was noch warten? In einem persönlichen Vorstellungsgespräch gelang es Sabrina auf Anhieb, sich überzeugend zu verkaufen. Therese Rihs, Geschäftsinhaberin der Keller Tabak AG, beglückwünschte eine strahlende Sabrina Thomann als neue Mitarbeiterin. Sabrina trat am 23. September 2016 ihre neue Teilzeitstelle in Solothurn an und ist somit der erste «MARIE bewegt»-Coachee im 1. Arbeitsmarkt! Die Keller Tabak AG ist Werbepartner des Sozialprojektes «MARIE bewegt». Therese Rihs ist zusätzlich noch Fürsprecherin und Gönnerin und nun auch Chancengeberin!

Ausserdem hatten wir nun mittlerweile auch den Namen für das Projekt bezüglich des Ernährungs- Fitnessprogramms, welcher M.A.K.E it (Mentale Einstellung, Ausdauer, Kraft und Ernährung) lautet. Die Idee für die Namensgebung stammt zwar von Geri und Simone, aber ich kann mich damit super identifizieren.

Guido Coach Gerhard Amacher InCave
Stärken: Deshalb haben wir gemeinsam beschlossen, dass die InCave GmbH Sabrina ein Jahr lang ohne Kostenfolge durch das Programm M.A.K.E it begleitet. Die Buchstaben stehen für Mentale Einstellung, Ausdauer, Kraft und Ernährung. Ziel des Programms ist es, dass Sabrina am Ende wieder über einen kräftigen, ausdauernden und gesunden Körper und dadurch über ein gesundes Selbstvertrauen verfügt und zusätzlich ihre Ernährung nachhaltig optimiert hat.

Am Nachmittag bereitete ich zusammen mit den Jungs ein Apéro vor, zu welchem wir von campfire eingeladen wurden um noch einige Fragen zu beantworten.

Ich freute mich sehr darauf, vor allem weil ich wusste, dass Markus Jung auch extra kommen wird! Der Abend war am Anfang eine ziemliche Katastrophe. Niemand von uns konnte die Fragen von campfire, welche wir hätten vorbereiten sollen, richtig zu beantworten. Wir bekamen dann also die Aufgabe, unsere persönlichen Texte für jede Woche selbstständig anzufertigen. Für mich war das zwar eigentlich kein Problem, aber ich musste jetzt enorm viel Zeit dafür aufbringen, weil ich wohl zu genau sein wollte...andererseits hätte ich noch vieeel mehr erzählen können :-D). campfire zeigte uns aber auch nochmals den genauen Aufbau der Webseite und danach war es dann noch ein mehr oder weniger gemütlicher Abend. Ausserdem kamen dann auch noch ein paar vom The Creative Way Team vorbei, um uns ein paar Fotos vom Workshop persönlich zu überreichen, das war sehr schön.

Am Freitag hatte ich dann noch einen individuellen Termin mit Guido bei der Persag AG in Biel wo ich auch noch den sympathischen Mathias Müller kennenlernen durfte. Es war ein Kennenlernen- und Abklärungsgespräch in dem er mir ans Herz legte, dass ich mein Bewerbungsdossier unbedingt noch überarbeiten soll und so verblieben wir damit, dass ich mich wieder bei ihm melden soll. Damit war die Woche und auch die Befähigungsphase, welche am Donnerstag offiziell beendet war, vorbei.

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Danach begann meine Arbeit mit Sabrina, ganz individuell, für ihren Weg. Neben Besuchen und persönlichen Gesprächen bei den Werbepartnern Res Andres (CEO, Herman Andres AG) und Mathias Müller (Geschäftsführer, Persag AG), kam es nun zur direkten Unterstützung durch Förderer und Chancengeber.

Ich bin enorm überwältigt, dass ich die Chance erhalten habe, in dieser Befähigungsphase dabei sein zu dürfen, stolz auf mich, dass ich es durchgezogen habe, gespannt wie es auf meinem individuellen Weg zusammen mit meinem Coach Guido an meiner Seite für mich weitergehen wird, hoffe, dass ich den ein oder anderen Menschen, welchen ich auf diesem Weg begegnen durfte, wieder einmal begegnen werde und vor allem allen Menschen sehr dankbar, die dies überhaupt ermöglicht haben. Danke MARIE bewegt!

Guido Coach Guido Coach
Stärken: Wenn ich hier sehe, was Sabrina Elena Thomann niederschreibt, freut mich dies sehr. Mein Coachee, eine Individualistin wie ich. Auch mir warf man als junger Mensch „Knüppel zwischen die Beine“, ich sollte schliesslich so sein wie alle anderen, der Norm entsprechen. Nur hat die mathematisch-logische Intelligenz herzlich wenig mit einer Berufung oder einem Talent zu tun. Wir leben heute in einer sich ständig verändernden Welt und ich stelle hier als zweifacher Vater grundsätzlich den Umgang mit jungen Menschen in Frage. Sozialpädagogik oder Psychiater hin oder her, fünf Wochen Life Coaching reichten, um Sabrina zu sich selbst und auf ihren Weg zu führen. Sie orientiert sich nicht am Gewöhnlichen und Vorgesetztem, sondern identifiziert sich über persönlichen Bezug. Und hat sie den, tritt eine Leidenschaft, Selbsterkenntnis und Selbstverantwortung zu Tage, die sie nun über durch ihre Geschichte einer breiten Leserschaft zugänglich macht. Woche um Woche der Befähigungsphase «MARIE bewegt», sie kehrt dabei ihr Innerstes nach aussen. Möge Sabrina Vorbild vieler gleichbetroffener junger Menschen sein und mehr detaillierte Einblicke in das ganz andere Sozialprojekt geben. Am Ende zählen nur Fakten: Sabrina steht seit dem 23. September 2016 wieder im 1. Arbeitsmarkt!

Die Weihnachtsgeschichte «MARIE bewegt»

"Am Anfang stand eine Idee. Die Berichterstattung über die wachsende Zahl sozalhilfebeziehender junger Menschen erschütterte uns. Wir wollten nicht nur darüber reden sondern aktiv etwas tun und damit unsere Verantwortung als Staats- und Mitbürger wahrnehmen. Wir wollten es aber anders machen: nach unternehmerischen Grundsätzen, erfolgsabhängig. «Sozialhilfe unternehmerisch gelebt» war die Vision. Aktives Wirken ohne Absicherung, Übernahme des vollen Risikos, finanzielle Honorierung durch den Staat erst im nachhaltigen Erfolgsfall, der Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Der erfolgsabhängige Ansatz wurde positiv aufgenommen, konnte aber aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden.

Aus der ersten Enttäuschung erwuchs im Nachhinein betrachtet aber etwas viel Schöneres: ein selbstloses und zu grossen Teilen unentgeltliches Engagement für Menschen, die Unterstützung benötigen. Es erwuchs eine berührende Geschichte über Menschlichkeit und Nächstenliebe. Dabei spreche ich nicht nur vom Kernteam, sondern von allen involvierten Partnern, Unternehmern und Privatpersonen, die «MARIE bewegt» in Form von Spenden, Eigenleistungen und positiven Zusprüchen unterstützt haben. Ich spreche von der «MARIE bewegt»-Familie, die entstanden ist. Der Lohn? Etwas viel Wertvolleres als Geld: die zufriedenen Gesichter, die strahlenden Augen, das Lachen, die ganz individuellen Entwicklungen und Geschichten der Coachees."
Franziska Flükiger, Trägerin «MARIE bewegt»
Sabrina

Meine Zeit bei «MARIE bewegt»

Seit Abschluss der Befähigungsphase des Pilotprojektes MARIE bewegt am 15. September 2016, sind in meinem Leben wieder sehr viele unterschiedliche Sachen passiert. Viele schöne Sachen und auch ein paar eher weniger erfreuliche. Aber alles in allem habe ich meiner Meinung nach eine gute Entwicklung gemacht und bin nun auf dem für mich richtigen Weg.

Heute arbeite ich nun seit gut zwei Monaten bei der Tabakkeller Shop GmbH in Solothurn. Angefangen habe ich mit einem Pensum von 10%, mittlerweile sind es ca. 50%. Die Arbeit gefällt mir sehr, auch wenn es für mich immer noch vieles zu lernen gilt. Die Anzahl der vielen verschiedenen Produkte ist überwältigend, ich werde da sicherlich noch eine Weile brauchen, bis ich jedes einzelne Produkt kenne und somit auch gut verkaufen kann. Auch muss ich lernen noch offener auf die Kunden zuzugehen. Ich denke jedoch, je besser ich mich mit den Produkten auskennen, desto selbstsicherer und offener werde ich auch. Ich bin für diesen beruflichen Weg also sehr optimistisch und muss auch sagen dass dies die erste Arbeitsstelle ist, bei welcher ich mir vorstellen kann längerfristig zu arbeiten.

Ich bin aber nicht nur beruflich auf einem guten Weg, sondern eigentlich auch in so ziemlich allen anderen Lebensbereichen. Die Therapie bei meinem Psychiater und auch die Medikation habe ich im Oktober erfolgreich beendet/abgesetzt. Die Therapiesitzungen fehlen mir überhaupt nicht, jedoch habe ich nach dem Absetzen der Medikamente eine kurzfristige Verschlechterung bemerkt. Dies hat sich jedoch bereits wieder normalisiert. Von den sozialen Diensten Biel werde ich mich hoffentlich auch sehr bald verabschieden können, nachdem ich mit ihnen alles geklärt habe. Ich dachte eigentlich, dass nur die Anmeldung beim Sozialamt schwierig ist, aber wie ich merken musste, ist die Abmeldung genau so schwierig, wenn nicht sogar noch schwieriger...Dies erstaunt mich nach dem vergangenen Jahr als Sozialhilfebezügerin jedoch eigentlich nicht mal mehr...

Mit meinem Programm M.A.K.E it (Mentale Einstellung, Ausdauer, Kraft, Ernährung) läuft es mehrheitlich auch ganz gut. Auch wenn die Ernährungsumstellung auf low Carb nicht ganz einfach ist, gelingt es mir immer besser. Gerhard Amacher und Simone Pauli unterstützen mich dazu auch bei allen meinen Anliegen und Problemen, auch ausserhalb des Programms. Ich durfte sie nun sogar schon einmal bei ihrer Arbeit, einer Höhlentour mit Raclette Essen für einen Geschäftsausflug, begleiten, was mich sehr gefreut und viel Spass gemacht hat.

Zudem allem werde ich auch von meinem Coach Guido weiterhin in allen Lebensbereichen unterstützt und begleitet, sowie natürlich auch von meiner Freundin, meiner Familie und meinen Freunden. Nun hoffe ich, dass ich bis Ende Jahr möglichst viele noch anstehende Sachen geregelt habe und in ein gutes, neues Jahr starten kann.

Der Rückblick wird zum Wegweiser in die Zukunft

"«MARIE bewegt» ist nun aus den Kinderschuhen, ein Pilotprojekt, wir selbst waren wie unbeugsame Pioniere. Wir sind am Anfang seitens Staats- und Gemeindestellen kaum unterstützt worden, inserierten selbst, damit die Coachees zu uns fanden, stellten unser Grundkonzept mehrfach um …. am Ende stand mehr als nur eine Erfolgsgeschichte.

Woher kam «MARIE bewegt»? Woher kommen gute Ideen, Innovationsgeist und gelebter Veränderungstrieb? Das ist einfach – sie entstehen durch einen unzufriedenen Zeitgeist und all den im Dreh- und Angelpunkt miteinhergehenden unterschiedlichen Sichtweisen. Kreativität, Individualität und Durchsetzungsvermögen entspringen aus ungewöhnlichen Zusammenstellungen. Extrem unterschiedliche Sichtweisen kommen dann zusammen, wenn viele Altersgruppen, soziale Hintergründe, Kulturen und Disziplinen miteinander gemischt werden. So gesehen war das Pilotprojekt «MARIE bewegt» eine übergreifende, äusserst intensive, Arbeit für und mit Menschen, dabei in jedem Beziehungspunkt wie eine «Ladung Dynamit»!

Es ist schwer zu erklären, was «MARIE bewegt» wirklich war – was es wird. So etwas gab es in dieser «bunt zusammengewürfelten» Aufstellung (schweizweit und im Fokus von Gesellschaft, Arbeitsmarkt, Methoden, Storytelling, Medien und Politik) noch nie. «MARIE bewegt» – auch weg von der Uniformität, der überbewerteten Papierform. Wir verfolgen aus mancher «blutig geholten Nase» mit der zukunftsorientierten Variante 1.1 eine neue Sozialstrategie.

«MARIE bewegt» bietet keine Plätze oder Programme an ….. «MARIE bewegt» wirkt durch Patenschaften in der ganzen Bandbreite ihrer gegebenen Individualität und mit praxisorientierter Anwendungs- und Nutzbarkeit. Über allem steht die menschenorientierte (gelebte Eigenverantwortung) und ökonomische Sicht. Es trifft die Notwendigkeit des akuten Bedarfs im Sozialwesen, enttarnt den Nutzniesser auf beiden Seiten und ermöglicht dem, der will, eine reelle und echte Chance. Ein «MARIE bewegt-Pate» sollte sowohl Vertrauensperson wie Berufsberater und Stellenvermittler in einer Person (nicht nur im Kollektiv, welches aber ein unterstützendes und vielfältiges Methodik-System bietet) sein. Bei uns sind unzählige Bewerbungen von selbst berufenen Life-Coachs eingegangen, die nebenberuflich eine solche verbindliche Patenschaft übernehmen würden; selbst aus den Reihen der Sozialarbeiter.

Wohin das (neben der Wiederintegration auf Erfolgsbasis) nach und nach führt? Ganz einfach: Organisationen werden eine entscheidende Bedeutung bekommen, und zwar als Organisatoren, nicht als Arbeitgeber. Fakt ist: «MARIE bewegt» steht beim Arbeit- und Chancengeber, weil wir selbst, in der Gestalt des ausführenden Unternehmers, Arbeit- und Chancengeber sind. Eine nicht von der Hand zuweisende Authentizität. Die bittere Pille: im Schweizer Staat, der Hochkultur der Absicherungspolitik, braucht es nicht nur für ein innovatives und privates Sozialprojekt einen langen Atem - tritt man hier nur zu 50% leicht aufs Gas, jagt es reihenweise Festgefahrene aus ihren Gewohnheitssesseln.

Oh ja, wir haben kräftig drauf gelegt! Doch wenn einige entschlossene Menschen nicht manchmal unsinnige Dinge täten, würde nichts Kluges getan werden. Ich bin stolz darauf, waren wir das! Und ich bin stolz auf meinen Coachee Sabrina – möge ihr Weg «raus aus dem Ganzen» vielen anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen ein Vorzeigebeispiel sein.»" Guido, Sabrinas Coach, und Delegierter des Sozialprojektes «MARIE bewegt»

«MARIE bewegt» sich konsequent weiter

Aus einem Sozialprojekt soll ein Sozialunternehmen werden. Erfahre mehr
Bleib informiert und abonniere unseren Newsletter.

© 2016 – MARIE bewegt Website von Campfire